Zelt & Aufbau · Grundlage
Welche Zeltgröße?
Die Grundfläche sagt, wie viele Töpfe stehen, die Höhe, wie hoch die Tomate werden darf. Maße, Höhenrechnung, Stellplatz und Stangenlast fürs Growzelt.

Auf jedem Growzelt stehen drei Zahlen in Zentimetern, Breite, Tiefe und Höhe. Growzelt oder Growbox, gemeint ist dasselbe Ding, ein Würfel aus lichtdichtem Stoff auf Stahlrohren, innen reflektierend, vorn ein Reißverschluss, an den Seiten Stoffstutzen für Schläuche. Die ersten beiden Zahlen sagen, wie viele Töpfe hineinpassen. Die dritte sagt, wie hoch deine Tomate werden darf, bevor sie in der Lampe hängt. Der vierte Wert ist dein Zimmer, und der steht nirgends drauf.
- Die gängigen Zelte reichen von 60 × 60 cm bis 150 × 150 cm Grundfläche und sind 160 bis 220 cm hoch; kleine Anzuchtboxen bleiben bei 60 bis 120 cm.
- Ein Topf für eine Tomate misst etwa 30 cm. Auf 60 × 60 cm steht ausgewachsen eine Pflanze, höchstens zwei.
- Von der Zelthöhe gehen Topf, Lampenabstand, Lampe und Abluft ab; für die Pflanze bleibt deutlich weniger, als auf dem Zelt steht.
- Erst Decke und Tür messen, dann bestellen. Das Zelt bleibt eine Nummer kleiner als der Platz, damit Tür und Schläuche Luft haben.
- Lampe, Lüfter und Filter hängen zusammen an den Dachstangen; was die tragen, steht im Datenblatt und schwankt stark.
Welche Maße es gibt
Die kleinen Würfel beginnen bei 60 × 60 cm, danach kommen 80 × 80, 100 × 100, 120 × 120 und 150 × 150 cm, dazu Rechtecke wie 120 × 60 oder 120 × 240 cm für die Nische. Die Höhe liegt bei den gängigen Modellen zwischen 160 und 220 cm. Daneben gibt es flache Anzuchtboxen mit 60 bis 120 cm für Jungpflanzen und Kräuter.
Wie viele Töpfe auf die Fläche passen
Rechne mit dem Topf. Für Tomate und Paprika sind 10 l das Minimum, und so ein Topf misst etwa 30 cm im Durchmesser. Kante an Kante stehen davon vier auf 60 × 60 cm, neun auf 100 × 100 cm und 16 auf 120 × 120 cm; auf 80 × 80 cm sind es vier, versetzt gestellt sechs. Das ist reine Geometrie ohne Blätter. Eine ausgewachsene Tomate oder Chili wird deutlich breiter als ihr Topf, und darum schrumpft die Zahl im Lauf der Saison kräftig.
Für ausgewachsene Pflanzen rechnest du darum anders. Auf 120 × 120 cm sind es vier Tomaten oder Chili in 25-l-Töpfen, in der Anzucht stattdessen 30 bis 40 kleine Töpfe. Auf 60 × 60 cm steht am Ende eine Pflanze, höchstens zwei. Die Jungpflanzenanzucht für Tomate und Paprika braucht bei 20 bis 25 °C mindestens zehn Wochen, und in dieser Zeit sind die kleinen Töpfe die Rechenbasis.
Wie hoch das Zelt wirklich ist
Die Zelthöhe gehört nie der Pflanze allein. Unten steht der Topf mit etwa 30 cm. Oben hängt die Lampe, und darüber, sobald du Abluft fährst, Rohrlüfter und Aktivkohlefilter an den Dachstangen. Dazwischen liegt der Lampenabstand, bei LED je nach Phase und Leistung 30 bis 90 cm über den Pflanzenspitzen. Was übrig bleibt, ist die nutzbare Höhe, und die liegt bei einem 200er mit montierter Lampe und Abluft bei etwa 1,40 m. Eine Tomate hält sich daran nur, wenn du sie früh ausgeizt oder einen kompakten Typ wählst; manche Chili wird im Zelt rund 2 m hoch. Bei Fruchtgemüse lohnen darum 200 oder 220 cm, und wer später mehr braucht, setzt bei manchen Zelten eine Höhenerweiterung aus Zusatzstangen obendrauf.
Wo das Zelt hinkommt
Vor dem Kauf misst du die Stellfläche, Breite mal Tiefe, und nimmst das Zelt eine Nummer kleiner als diesen Platz. Die Tür muss aufgehen, und die Tubes, die Stoffstutzen für die Schläuche mit 100 bis 350 mm Durchmesser, sitzen an festen Stellen. Steht die Box zu dicht an Wand oder Schrank, führt der Abluftschlauch nirgendwohin. Im Datenblatt siehst du, wo Tubes und Zuluftöffnungen liegen, und daran planst du den Weg zum Fenster.
Dann die Decke und die Tür. Ein normaler Wohnraum hat mindestens 2,40 m lichte Raumhöhe, da steht ein 220er ohne Probleme. Unter der Dachschräge und im Keller misst du genau da, wo das Zelt hinkommt, und nimmst eher 160 oder 180 cm. Der Karton geht durch die Zimmertür, bei einem schweren 120er wiegt er um die 23 kg; aufgebaut passt dasselbe Zelt durch keine Tür mehr, also baust du es in dem Raum auf, in dem es bleibt.
Was oben hängen darf
An den Dachstangen hängen Lampe, Rohrlüfter und Aktivkohlefilter. Was die Stangen tragen, heißt Stangenlast, und die schwankt stark nach Hersteller und Modell. Zwei Zelte mit 120 × 120 cm tragen einmal 20 kg und einmal 30 kg, ein Zelt mit 1 m² von HOMEbox 75 kg für Beleuchtung und Zubehör, schwere Rahmen deutlich mehr. Zusatzstangen, bei HOMEbox heißen sie FixturePoles, verstärken den Rahmen und geben der Lampe einen Haltepunkt da, wo du ihn brauchst.
Die drei Geräte können zusammen über 20 kg kommen. Die Gewichte addierst du aus den Datenblättern und hältst die Summe gegen die Stangenlast, bevor du bestellst. Wird es eng, stellst du den Filter stehend auf die Bodenwanne oder setzt Lüfter und Filter außerhalb des Zelts in den Schlauch; dann hängt oben nur noch die Lampe.
Wann Luft raus muss
Ein Zelt ist dicht, und das merkst du an der Luft. Für ein paar Jungpflanzen reicht tägliches Lüften bei offener Tür. Sobald die Pflanzen größer werden, steigt die Luftfeuchte im geschlossenen Zelt schnell auf 70 bis 80 % und mehr, und dann braucht es Abluft, einen Rohrlüfter, der die Luft nach außen fördert. Die Zuluft kommt unten durch die Zuluftöffnung herein. Fruchtgemüse verträgt keine direkte Zugluft, darum führst du sie nicht vom kalten Fenster direkt auf die Pflanzen; die Zuluftöffnungen lassen sich dafür verstellen. Bei einem Quadratmeter, also 100 × 100 cm, rechne ich für die Blüte mit etwa 300 bis 450 W LED; Tomate, Paprika und Chili kommen mit etwa 240 W aus, Kräuter und Salat mit deutlich weniger.
Vier ausgewachsene Chili in einem Zelt mit 60 × 60 × 120 cm. Die vier 30-cm-Töpfe stehen zwar nebeneinander, aber eine einzige ausgewachsene Chili kann die ganze Fläche füllen, und 120 cm Höhe sind mit Topf, Lampenabstand und Lampe fast aufgebraucht, bevor die Pflanze gewachsen ist. Du rechnest die Fläche nach Topfzahl und Pflanzenbreite, nimmst für Fruchtgemüse 200 bis 220 cm Höhe, und die kleine Box bleibt für die Anzucht, da ist sie gut.




