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Zelt & Aufbau · Anleitung

Zelt aufbauen Schritt für Schritt

Growzelt aufbauen in der richtigen Reihenfolge: Rahmen, Hülle, Abluft, Lampe, Kabel und Strom, dann Lichtprobe und Probelauf ohne Pflanzen.

Zehn bis zwanzig Minuten, länger dauert es nicht, bis ein Growzelt mit 120 × 120 cm steht, und Werkzeug brauchst du dafür keins. Fertig bist du damit noch lange nicht. Bis Abluft, Lampe und Kabel sitzen, vergehen zwei bis vier Stunden, und in diesem Teil entscheidet die Reihenfolge, ob du jedes Gerät einmal aufhängst oder dreimal.

Kurz gesagt

  • Stell erst den Rahmen gerade und rechtwinklig auf ebenen Boden, dann kommt die Hülle darüber; mit Gewalt ziehst du nichts.
  • Du hängst zuerst die Abluft ein, also Aktivkohlefilter, Rohrlüfter und Abluftschlauch, danach die Lampe und dann den Umluftventilator.
  • Strom bleibt oben und trocken: als Faustwert mindestens 60 cm über dem Boden, keine Steckdosenleiste in der Zeltwanne, vor jeder Steckdose eine Tropfschlaufe.
  • An eine Wandsteckdose steckst du eine einzige Steckdosenleiste, frei liegend, hinter einem FI-Schutzschalter mit höchstens 30 mA.
  • Bevor Pflanzen einziehen, lässt du die ganze Anlage mindestens 24 Stunden zur Probe laufen.

Der Platz zum Aufbauen

Such dir einen ebenen, sauberen Boden in einem Raum, der weder stark auskühlt noch sich aufheizt, mit einer Steckdose in der Nähe und einem Weg für den Abluftschlauch. Solange du baust, hilft dir rundum knapp ein Meter Platz; steht das Zelt, genügt der Raum für Tür und Schlauch. Auf Parkett oder Teppich legst du eine wasserfeste Unterlage darunter. Allein bekommst du den Aufbau hin, nur beim Aufsetzen des oberen Rahmens und beim Überziehen der Hülle geht es zu zweit leichter.

Schritt für Schritt: vom Karton zum fertigen Zelt

  1. Sortier Stangen und Eckverbinder nach Farbe oder Buchstabe, zipp die Hülle auf und leg sie flach aus. Steck den Bodenrahmen zusammen und stell ihn auf die Bodenseite der Hülle, Ecke auf Ecke; hat ein Eckverbinder einen Fuß, zeigt der nach unten.
  2. Steck die Wandstangen ein, bei zweiteiligen erst die unteren, dann die oberen. Setz die Eckverbinder auf, steck die Dachstangen ein und prüf, ob der Rahmen rechtwinklig steht.
  3. Heb das Dach der Hülle über den Rahmen, fang an den Ecken an und zieh die Wände herunter. Schließ jeden Reißverschluss einmal ganz von oben nach unten und öffne ihn wieder; klemmt etwas, richtest du es am leeren Zelt.
  4. Setz die Hängestangen ins Dach und schieb sie dorthin, wo Filter und Lampe hängen. Leg die Zeltwanne ein und sichere sie mit den Klettbändern an den Stangen. Rechne dann zusammen, was Filter, Lüfter und Lampe wiegen, und halt die Summe gegen die Stangenlast deines Zelts; ein Set aus Aktivkohlefilter und Rohrlüfter mit 125 mm Anschluss wiegt zum Beispiel 6,7 kg. Wird es oben zu viel, stellst du einen schweren Filter auf den Boden, statt ihn aufzuhängen.
  5. Zieh das Vorfilter-Vlies über den Aktivkohlefilter. Bleibt der Filter oben, hängst du ihn mit Gurten oder Seilzügen waagerecht an den höchsten Punkt im Zelt.
  6. Setz den Rohrlüfter auf gleicher Höhe direkt an den Filter oder verbinde beide mit einem kurzen Schlauchstück, und häng ihn an eigene Gurte. Der Lüfter saugt die Luft durch den Filter, darum zeigt seine Saugseite zum Filter und der Luftpfeil auf dem Gehäuse zum Zeltausgang.
  7. Steck den Abluftschlauch auf den Lüfterausgang und zieh die Schlauchschelle fest. Führ den Schlauch durch die obere Schlauchöffnung nach draußen und zieh das Zugband der Öffnung um ihn zu. Öffne unten eine Zuluftöffnung, möglichst in der Ecke gegenüber, damit die frische Luft einmal durch das ganze Zelt zieht.
  8. Häng die Lampe erst jetzt an ihre Hängestange, an Seilzügen, mit denen du die Höhe verstellst. Klemm den Umluftventilator oben an eine Zeltstange und richte ihn leicht nach unten gegen eine Zeltwand, nicht direkt auf die Pflanzen.
  9. Bündel die Kabel mit Klettbindern und führ sie durch den Kabeldurchlass nach außen. Befestige die Steckdosenleiste außen oder im Zelt mindestens 60 cm hoch und leg vor jeder Steckdose eine Tropfschlaufe.
  10. Prüf den Strom, bevor du einsteckst: eine Leiste an der Wandsteckdose, die Watt aller Geräte zusammengezählt, der FI-Schutzschalter im Sicherungskasten, die Zeitschaltuhr passend zur LED-Lampe. Steck dann die Lampe an die Zeitschaltuhr und stell Uhrzeit und Schaltzeiten ein, 18 Stunden Licht im Wachstum und 12 Stunden in der Blüte. Die Lüfter laufen durch, sie steckst du nicht an die Zeitschaltuhr.

Aufhängen: erst die Abluft, dann die Lampe

Die Lampe hängt tiefer als die Abluft. Hängt sie zuerst, kommst du an Filter und Lüfter kaum noch heran, darum ist sie erst nach der Abluft dran. Gib jeder Schlauchverbindung eine Schelle, schließ Lücken mit Dichtband und verleg den Schlauch kurz und gerade, weil Bögen und Länge Luftleistung kosten. Hängt der Filter schief oder sitzt eine Schelle locker, zieht die Luft am Filter vorbei.

Häng Geräte nur an die Hängestangen. Die Stoffschlaufen im Zelt tragen keine Lampe. Liegen deinem Zelt zwei unterschiedlich kräftige Hängestangen bei, kommt das schwerere Gerät an die kräftigere, damit sich keine Stange biegt. Zieh Gurte und Seilzüge so fest, dass nichts herunterfällt, wenn das Zelt wackelt. Lass zwischen der Lampe mit allen ihren Teilen und dem Zeltstoff, den Schlaufen und Manschetten mindestens 10 cm Luft; der Stoff verträgt keine Hitze und kann Feuer fangen.

Strom: Wasser unten, Stecker oben

Im Zelt gießt du, und was danebengeht, sammelt sich unten in der Zeltwanne. Darum hängst du alles, was einen Stecker hat, nach oben, als Faustwert mindestens 60 cm über den Boden, und so, dass kein Gerät Wasser abbekommt. Die Steckdosenleiste befestigst du außen am Zelt oder innen in dieser Höhe, über allem, was Wasser führt; auf dem Zeltboden oder in der Zeltwanne liegt sie nie. Vor jeder Steckdose legst du das Kabel zu einer Tropfschlaufe. Der tiefste Punkt des Bogens liegt unter der Steckdose, und Wasser, das am Kabel entlangläuft, tropft dort ab, statt in die Steckdose zu laufen.

Beim Schließen des Zelts landet schnell ein Kabel im Reißverschluss oder unter einer Stange. Dort wird es geknickt und gequetscht, die Isolierung leidet, und das Kabel wird warm; deshalb läuft alles durch den Kabeldurchlass. Über einem Netzkabel liegt kein Stoff und kein Teppich, und ein beschädigtes Kabel fliegt raus.

An eine Wandsteckdose gehört höchstens eine Steckdosenleiste. Steckst du Leisten hintereinander oder liegt eine unter Stoff, wird sie überlastet, die Wärme staut sich, und am Ende schwelt es; einzelne Leisten werden unter Überlast am Schalter über 120 °C heiß. Zähl die Watt aller Geräte zusammen und bleib unter der Belastungsgrenze, die auf der Leiste aufgedruckt ist, meist 3 500 bis 3 600 W. Die Steckdose braucht außerdem einen FI-Schutzschalter mit höchstens 30 mA. Im Sicherungskasten erkennst du ihn an der Prüftaste und am Aufdruck „30 mA“. In älteren Wohnungen kann er fehlen, und dann rufst du den Elektriker, statt selbst etwas zu basteln.

Bleibt die Zeitschaltuhr, und bei ihr führt die große Zahl in die Irre. Auf einer gängigen mechanischen Zeitschaltuhr für die Steckdose stehen zum Beispiel 16 A. Das gilt für ohmsche Last, also für Geräte wie eine Heizung. Für LED-Lampen über 8 W, und jede Lampe im Zelt liegt darüber, steht im Datenblatt derselben Uhr ein eigener, viel kleinerer Wert, im Beispiel 400 W. Lies deshalb im Datenblatt deiner Uhr nach, wie viel LED-Last sie schalten darf, und geh nie von den 16 A aus. Braucht deine Lampe mehr, nimmst du eine Uhr mit höherer LED-Last oder ein Schütz; das ist ein Schalter, der die Lampe anstelle der Uhr schaltet.

Häufiger Fehler

Die Hülle wird über einen schiefen Rahmen gezwungen. Dann stehen Nähte und Reißverschlüsse unter Zug und schließen nicht mehr lichtdicht, und auf unebenem Boden klemmen dazu die Türen. Stell den Rahmen erst rechtwinklig auf ebenen Boden, gleich die Unterlage aus oder nimm einen anderen Platz, und zieh die Hülle von den Ecken her über.

Lichtprobe und Probelauf

Für die Lichtprobe machst du das Raumlicht aus, schließt das Zelt ganz und schaltest die Lampe ein. Von außen suchst du nach Lichtpunkten. Kleine Löcher klebst du mit Klebeband zu, unbenutzte Öffnungen ziehst du zu. In der Blüte hängt daran der Takt: In den 12 Stunden Dunkelheit darf auch von außen kein Licht ins Zelt fallen.

Danach läuft die ganze Anlage ohne Pflanzen, mindestens 24 Stunden, ich rate zu 48. Häng das Thermo-Hygrometer auf Pflanzenhöhe und lies Temperatur und Luftfeuchtigkeit einmal bei Licht an und einmal bei Licht aus ab. Welche Temperatur passt, hängt an der Phase: Mit eingeschalteter Lampe sind es 22 bis 28 °C im Wachstum und 20 bis 26 °C in der Blüte, bei Licht aus etwa 3 bis 5 °C weniger. Für die Anzucht von Tomate und Paprika sind es 20 bis 25 °C. Beobachte den Luftstrom und hör auf Brummen und Vibration. Ein Fehler an Lüfter, Uhr oder Temperatur zeigt sich so am leeren Zelt und nicht erst mit Pflanzen darin.

Funktioniert ein Growzelt auch ohne Abluft?

Die Lampe heizt, und ohne Lüfter bleibt ihre Wärme im Zelt. Mit 100 W LED auf 60 × 60 cm wird es schnell zu warm, und selbst Leuchtstoffröhren mit zusammen 30 W können einen geschlossenen Schrank auf über 30 °C bringen. Plan die Abluft deshalb gleich mit ein; ob sie reicht, liest du im Probelauf am Thermometer ab.

  • Rahmen steht gerade, alle Reißverschlüsse laufen
  • Summe der hängenden Geräte liegt unter der Stangenlast
  • Jede Schlauchverbindung hat eine Schelle, der Luftpfeil zeigt nach draußen
  • Kein Kabel und keine Steckdosenleiste auf dem Boden, Tropfschlaufe vor jeder Steckdose
  • Eine Leiste, nicht abgedeckt, Belastungsgrenze eingehalten, FI-Schutzschalter vorhanden
  • Die LED-Last im Datenblatt der Zeitschaltuhr reicht für deine Lampe
  • Lampe hat 10 cm Abstand zum Zeltstoff
  • Bei dunklem Raum dringt kein Licht aus dem geschlossenen Zelt
  • Probelauf über 24 Stunden ohne Pflanzen, Temperatur passt zu deinen Pflanzen
Geprüft am 9. Oktober 2026Zahlen und Faustwerte liest ein Recherche-Agent gegen; Unbelegtes ist im Text markiert. Fehler gefunden? Sag uns Bescheid, wir prüfen nach.