Mo–Sa 12–20 Uhr

Zeiten & Anfahrt

Einstieg · Anleitung

Der erste Durchgang in zwölf Schritten

Vom Aufbau bis zum gereinigten Zelt: zwölf Schritte in fester Reihenfolge, je mit Dauer und dem Zeichen, wann der nächste dran ist.

Inszenierte Visualisierung: eingerichtetes Zelt mit offener Tür, Lampe, Abluft, Töpfen mit Tomate und Chili und Gießkanne

Neben dem Zelt hängt ein Wandkalender, ein Tag ist dick angekreuzt. Steht das Kreuz auf dem Tag, an dem die Pflanze eingezogen ist, zählst du später falsch. Die Blütewochen zählst du ab dem Tag, an dem die Zeitschaltuhr auf 12 Stunden springt. Wann dieser Tag kommt, steht in keinem Kalender, das liest du an der Pflanze ab.

Kurz gesagt

  • Die Reihenfolge steht fest: aufbauen, Probelauf, Jungpflanze, umtopfen, Wachstum, Umstellung auf 12 Stunden, Streckung, Blüte, nur Wasser, ernten, trocknen, reinigen.
  • Das Wachstum bei 18 Stunden Licht dauert meist 2 bis 4 Wochen. Wann es endet, entscheidet die Höhe der Pflanze.
  • Nach der Umstellung läuft der Durchgang noch etwa acht Wochen. In den letzten ein bis zwei davon gibst du je nach Schema nur Wasser.
  • Im Kalender zählst du ab dem Tag der Umstellung. Die Spalte im Düngeschema suchst du über die Phase und die Lichtstunden.
  • Von der Jungpflanze bis nach dem Nachreifen im Glas vergehen etwa 4 bis 5 Monate.
24–48 hProbelauf ohne Pflanzen
18 hLicht am Tag im Wachstum
12 hLicht am Tag in der Blüte
etwa 10 TageTrocknen nach der Ernte

Schritt für Schritt: vom leeren Zelt zum leeren Zelt

  1. Bau das Zelt auf und häng die Technik ein: Abluft, Lampe, Umluftventilator, Kabel, Zeitschaltuhr. Rechne mit 2 bis 4 Stunden; die Handgriffe stehen im Artikel Zelt aufbauen Schritt für Schritt. Am Ende steht die Lichtprobe, also Raumlicht aus, Zelt zu, Lampe an, und von außen ist kein Lichtpunkt zu sehen.
  2. Lass die ganze Anlage ohne Pflanzen laufen, mindestens einen Tag, besser zwei, denn ein Fehler an Uhr, Lüfter oder Temperatur zeigt sich so am leeren Zelt. Das Thermo-Hygrometer hängt auf Pflanzenhöhe. Im Wachstum soll es mit Licht 22 bis 28 °C anzeigen, bei Licht aus 18 bis 24 °C, als Faustregel etwa 3 bis 5 °C weniger; die Zielwerte der anderen Phasen stehen im Artikel Temperatur und Luftfeuchte. Pfeift und brummt nichts, darf die Pflanze einziehen.
  3. Stell die bewurzelte Jungpflanze im kleinen Gefäß ins Zelt und die Zeitschaltuhr auf 16 bis 18 Stunden Licht. Die Lampe läuft gedimmt oder hängt hoch, dazu gibt es nur Wasser oder sehr wenig Dünger. Nach 1 bis 2 Wochen wachsen die Blätter über den Rand des Gefäßes, und außen am Wurzelballen siehst du viele Wurzeln.
  4. Erst jetzt lohnt das Umtopfen in den Endtopf mit 11 bis 25 Litern je Pflanze, weil Erde ohne Wurzeln lange nass bleibt. Füll Erde ein, mach ein Loch in Ballengröße, setz die Pflanze hinein und durchfeuchte den ganzen Topf einmal. Treibt sie nach einigen Tagen sichtbar weiter, ist sie angekommen.
  5. Im Wachstum steht die Zeitschaltuhr auf 18 Stunden, die Lampe drehst du schrittweise heller, und du gießt nach Topfgewicht. In vorgedüngter Erde gibst du zunächst nur Wasser; der Dünger setzt ein, wie es die Wachstums-Spalte deines Düngeschemas für deine Erde zeigt, zuerst mit halber Menge. Üblich sind 2 bis 4 Wochen. Das Zeichen für den nächsten Schritt ist die Höhe: Die Pflanze hat etwa die Hälfte der Höhe erreicht, die am Ende unter der Lampe Platz hat; die 30 bis 45 cm Lampenabstand rechnest du vorher ab.
  6. Wiederhol die Lichtprobe aus Schritt 1 und stell die Zeitschaltuhr auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Die Dunkelheit muss ununterbrochen sein, deshalb die Probe. Der Aktivkohlefilter läuft spätestens jetzt mit. Ich rate dir, das Datum gleich in den Kalender zu schreiben, denn in drei Wochen weißt du es nicht mehr.
  7. In den ersten zwei Wochen danach kommt die Streckung, die Pflanze legt noch 50 bis 100 % an Höhe zu. Häng die Lampe mit nach oben und bind Triebe bei Bedarf an. Wann du auf den Blütedünger wechselst, zeigt die Spalte deines Schemas. Hört das Höhenwachstum auf, ist dieser Abschnitt durch.
  8. Nun läuft die Lampe mit voller Leistung. Regle die Abluft höher, damit die Luftfeuchtigkeit unter 60 % bleibt, nach unten bis 45 %. Du düngst nach der Blüte-Spalte, liest täglich das Thermo-Hygrometer ab und hebst die Töpfe an. So geht es weiter, bis dein Schema die letzte Spalte mit Dünger hinter sich hat.
  9. Die letzten 1 bis 2 Wochen bekommt die Pflanze keinen Dünger mehr, nur noch Wasser mit eingestelltem pH-Wert; wie lange, steht in deinem Schema. Die Luftfeuchtigkeit senkst du in dieser Zeit auf 40 bis 50 %.
  10. Ist die Zeit nur mit Wasser um, erntest du. Plan dafür einen Tag ein. Die Zweige hängst du kopfüber auf, oder du legst das Erntegut ins Trockennetz.
  11. Trockne dunkel bei 55 bis 60 % Luftfeuchtigkeit, mit leichter Luftbewegung, die nicht direkt auf das Erntegut bläst. Das dauert etwa 10 Tage. Bricht ein dünner Zweig beim Biegen, kommt alles ins Glas.
  12. Schalte alle Geräte ab, steck sie aus und nimm sie heraus. Pflanzenreste, alte Erde und Laub kommen raus, dann wischst du mit mildem Reiniger die Wände von oben nach unten und zuletzt die Zeltwanne. Lampe, Lüfter und Schläuche wischst du außen ab, die Töpfe wäschst du, das Vorfilter-Vlies wäschst oder tauschst du nach der Anleitung des Filters. Ist das Zelt trocken und leer, beginnt der nächste Durchgang wieder mit dem Probelauf.

Dein Kalender und die Wochen im Düngeschema

Dein Kalender zählt ab dem Tag der Umstellung. Dein Düngeschema zählt nicht unbedingt genauso. Manche Schemata nummerieren ihre Wochen ab der Jungpflanze durch, andere fangen mit der Blüte neu bei eins an, und wieder andere geben je Abschnitt nur eine Dauer an. Wie deins zählt, steht in seiner Kopfzeile. Die passende Spalte suchst du deshalb über die Phase und die Lichtstunden, und die Wochennummer hilft dir erst innerhalb der Phase weiter. Dasselbe gilt für den Wechsel auf den Blütedünger: Einige Schemata wechseln mit der Umstellung, eines führt den Wuchsdünger in den ersten Wochen bei 12 Stunden noch weiter.

Der Ablauf dahinter ist bei den gängigen Schemata derselbe. Auf eine kurze Spalte für die Jungpflanze folgen etwa zwei Wochen Wachstum, und nach der Umstellung sind es etwa acht Wochen, von denen die letzten ein bis zwei je nach Schema nur Wasser bringen. Die Wochenzahlen sind Richtwerte. Deine Stellschraube ist das Wachstum. Soll die Pflanze größer werden, hängst du Wochen an und wiederholst so lange die Dosis der letzten Wachstumswoche.

Den Tag der Umstellung bestimmt die Höhe, weil die Pflanze danach noch einmal kräftig zulegt. Wartest du zu lange, wächst sie dir in die Lampe.

Häufiger Fehler

Du suchst die Spalte über die Wochennummer aus deinem Kalender. Zählt dein Schema ab der Jungpflanze durch, landest du mit der ersten Blütewoche in einer Spalte für das Wachstum. Du merkst es am Tabellenkopf: Dort steht dann Wachstum statt Blüte, und druckt dein Schema die Lichtstunden mit, 18 statt 12. Nimm die Spalte, deren Phase und Lichtstunden zu deinem Zelt passen.

Tipp vom Tresen

Leg Gießen und alle Handgriffe an der Pflanze in die Stunden mit Licht, in der Dunkelheit bleibt das Zelt zu. Die Nachtwerte liest du trotzdem ab: Ein Thermo-Hygrometer mit Speicher zeigt dir am Morgen den tiefsten und den höchsten Wert der Nacht.

Trocknen und Glas: die Werte dazu

Beim Trocknen hat der Raum 16 bis 20 °C. Geht es dir bei feuchter Luft zu langsam, senkst du die Luftfeuchtigkeit über die Abluft oder einen Luftentfeuchter und lässt die Temperatur, wie sie ist. Im Glas folgt das Nachreifen, etwa 4 Wochen bei 55 bis 65 % Luftfeuchtigkeit. In der ersten Woche öffnest du das Glas täglich für einige Minuten, danach zwei- bis dreimal je Woche. Steigt die Luftfeuchtigkeit im Glas über die obere Grenze, legst du alles wieder aus und trocknest nach.

Warum das Zelt am Ende leer geräumt wird

Pflanzenreste und feuchte Flächen sind Rückzugsorte für Schädlinge und Erreger, und die nimmst du sonst in den nächsten Durchgang mit. Die Reihenfolge zählt. Erst kommen Erde und Reste heraus, dann wäschst und wischst du, denn auf Erdresten bleibt jedes Wischen halbe Arbeit. Töpfe und Untersetzer, die du wieder benutzt, wäschst du gründlich, auch wenn keine Pflanze krank aussah. Die Lampe steckst du vorher ab und nimmst ein weiches Tuch. Den Aktivkohlefilter musst du nicht nach jedem Durchgang tauschen, er hält im Mittel 12 bis 18 Monate; hohe Luftfeuchtigkeit verkürzt das.

Was bei Tomate, Chili, Basilikum und Salat anders läuft

Bei Tomate, Paprika und Chili gibt es keine Umstellung, keine Zeit nur mit Wasser vor einem Erntetag und keine Ernte auf einen Schlag. Alle drei laufen durchgehend mit etwa 16 Stunden Licht, und du erntest laufend über Wochen, bei Paprika etwa einmal je Woche; wann es losgeht, steht auf der Saatguttüte. Im Düngeschema wählst du die Spalte nach dem Zustand der Pflanze.

Basilikum und Salat bleiben ebenfalls bei dieser Beleuchtungsdauer, und auf den Aktivkohlefilter kannst du bei ihnen verzichten. Ziehst du diese Pflanzen aus Saat, beginnt dein Durchgang vor Schritt 3; wie das geht, steht im Artikel Aussaat: Schale, Substrat, Wärme. Wie du Kräuter und Chili trocknest, steht im Artikel Ernte trocknen und lagern.

  • Probelauf bestanden, bevor eine Pflanze einzieht
  • Umgetopft, bevor du auf 12 Stunden umstellst
  • Umgestellt, solange die Pflanze höchstens halb so hoch ist wie der Platz unter der Lampe, den Lampenabstand abgezogen
  • Datum der Umstellung im Kalender notiert
  • Zum Schluss nur Wasser, bis die letzte Spalte des Schemas abgelaufen ist
  • Zelt gereinigt und trocken vor dem nächsten Einzug
Geprüft am 11. Oktober 2026Zahlen und Faustwerte liest ein Recherche-Agent gegen; Unbelegtes ist im Text markiert. Fehler gefunden? Sag uns Bescheid, wir prüfen nach.