Einstieg · Vergleich
Komplettset oder einzeln kaufen
Komplettset oder Einzelteile: wie du eine Stückliste gegen dein Zeltmaß liest, die Lampe nachrechnest und was in jedem Fall dazukommt.

Mit der Stückliste, deinem Zeltmaß und ein paar Minuten Zeit kannst du für jedes Komplettset sagen, ob es zu deinem Vorhaben passt. Fünf Teile gehst du in der Liste durch, für die Lampe brauchst du eine kurze Rechnung. Danach steht auch fest, ob ein Set dein Weg ist oder ob du die Teile besser einzeln zusammenstellst.
- Die Kernteile sind Zelt, Lampe, Lüfter, Aktivkohlefilter und Schlauch. Umluft, eine Steuerung oder Zeitschaltuhr und Töpfe stehen je nach Set dabei.
- Verglichen wird an der Stückliste, Zeile für Zeile und gegen dein Zeltmaß.
- Die Lampe rechnest du nach: Von ihrem Licht kommen etwa 70 % auf der Fläche an, und in der Blüte sollen dort 700 bis 900 µmol/m²/s herauskommen.
- Erde, Dünger, Untersetzer, Gießkanne und Messgeräte für pH und EC kommen in jedem Fall auf deinen Zettel.
- Einzeln kaufst du, wenn du schon Teile hast, die weiterlaufen sollen. Steht das Zelt in einem besonders warmen, kalten oder feuchten Raum, legst du die Abluft selbst aus.
Was du in der Stückliste liest
Lies die Stückliste und vergleich die Kernteile: Zelt, Lampe, Lüfter, Aktivkohlefilter und Schlauch. Umluft, eine Steuerung oder Zeitschaltuhr und Töpfe stehen je nach Set dabei. An diesen Zeilen hältst du zwei Sets nebeneinander.
Eine Steuerung mit Fühler kann die Lampe schalten und dimmen und den Lüfter nach Temperatur und Luftfeuchte regeln. Steht das so in der Liste, brauchst du Zeitschaltuhr und Thermo-Hygrometer nicht extra. Fehlt die Steuerung oder schaltet sie die Lampe nicht, gehören beide auf deinen Zettel.
Aufgebaut wird in beiden Fällen selbst: Rahmen stecken, Lampe und Lüfter hängen, Schlauch anschließen, Steuerung einrichten. Plan dafür zwei bis vier Stunden ein.
Die Lampe: eine Rechnung gegen den Blütewert
Die Lampe ist das Teil, das du nachrechnest. Die Blüte stellt den höchsten Lichtanspruch, und die Wattzahl allein sagt nichts über das Licht, das auf der Fläche ankommt. Dieses Licht heißt PPFD und wird in µmol/m²/s angegeben. In der Blüte sollen es 700 bis 900 sein, im Mittel am Pflanzendach, der Ebene der obersten Blätter.
Drei Angaben brauchst du dafür. Der PPF ist das Licht, das die Lampe insgesamt abgibt, in µmol/s; er steht im Datenblatt. Etwa 70 % davon kommen in einem kleinen Zelt mit einer Leuchte auf der Fläche an, daher der Faktor 0,7. Die dritte Angabe ist die Zeltfläche in Quadratmetern, Breite mal Tiefe. PPF mal 0,7, geteilt durch die Fläche, ergibt den PPFD, und den hältst du gegen die 700 bis 900. Fehlt der PPF, nimmst du Watt mal µmol/J; diese Zahl sagt, wie viel Licht die Lampe aus jedem Watt macht.
Ein Beispiel für ein Zelt mit 80 × 80 cm und eine LED mit 270 W und 2,7 µmol/J:
- Fläche: 0,8 m × 0,8 m = 0,64 m².
- PPF: 270 W × 2,7 µmol/J = 729 µmol/s.
- Davon auf der Fläche: 729 × 0,7 = rund 510 µmol/s.
- PPFD: 510 ÷ 0,64 = rund 800 µmol/m²/s. Das liegt mitten im Blütewert.
Der Rechner Lampenleistung für deine Fläche rechnet in der Gegenrichtung: aus deinem Zeltmaß und dem Blütewert die Wattzahl, gegen die du die Lampe hältst.
Ein Ergebnis unter 700 ist für die Blüte knapp. Für das Wachstum mit 300 bis 600 µmol/m²/s kann es reichen, ebenso für Tomate, Paprika und Chili mit etwa 450 und für Kräuter und Salat mit etwa 250, jeweils bei 16 Stunden Licht am Tag. Über 900 dimmst du. Ein Dimmer gehört ohnehin zur Lampe, denn eine Lampe, die für die Blüte reicht, läuft davor gedimmt.
Reicht die Lampe für dein Vorhaben nicht, gibt es zwei Auswege. Du rechnest dasselbe Set für die nächstkleinere Zeltfläche und belegst im Zelt nur diese Fläche unter der Lampe. Oder du stellst die Teile einzeln zusammen und legst die Lampe selbst auf den Blütewert deiner Fläche aus.
Lüfter, Filter und Schlauch
Beim Lüfter suchst du in der Liste die Luftleistung in m³/h. Die Zahl, gegen die du sie hältst, liefert der Rechner Lüftergröße für dein Zelt: Er nimmt das Zeltvolumen mal etwa 60 Luftwechsel je Stunde und schlägt Filter, Schlauch, Bogen und Reserve auf. Ein Lüfter, der größer ist als gerechnet, ist richtig, wenn er eine Drehzahlsteuerung hat und gedrosselt läuft. Ohne Steuerung ist er zu laut und zieht die Zeltwände ein.
Jeder Aktivkohlefilter trägt einen Filterwert, die Luftmenge in m³/h, bei der er am besten arbeitet. Vergleich ihn mit der Luftleistung des Lüfters, er soll mindestens so hoch liegen. Nennt die Liste keinen Filterwert, frag nach. Verzichten kannst du auf den Filter nur bei geruchsarmen Kulturen wie Salat und Kräutern.
Lüfter, Filter und Schlauch brauchen denselben Anschlussdurchmesser, denn jedes Reduzierstück macht die Anlage lauter und schwächer. Am Zelt nimmst du die Öffnung, die dazu passt; im Zweifel ist eine Nummer größer besser als reduzieren. Liegt mehr Schlauch bei, als dein Weg lang ist, kürzt du ihn und ziehst ihn straff.
So gehst du die Stückliste durch
| Teil | Was du in der Liste suchst | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Zelt | Breite, Tiefe und Höhe; die Öffnungen für die Abluft | Fläche und Volumen daraus feststehen, beide brauchst du für Lampe und Lüfter |
| Lampe | PPF, sonst Watt und µmol/J; dazu ein Dimmer | der PPFD für die Blüte bei 700 bis 900 µmol/m²/s liegt; liegt er darüber, läuft die Lampe gedimmt |
| Lüfter | Luftleistung in m³/h und eine Drehzahlsteuerung | die Luftleistung die Zahl aus dem Rechner erreicht; liegt sie darüber, läuft der Lüfter gedrosselt |
| Aktivkohlefilter | Filterwert in m³/h | er mindestens so hoch liegt wie die Luftleistung des Lüfters |
| Schlauch | Durchmesser von Schlauch, Lüfter und Filter | die drei gleich sind und das Zelt eine Öffnung in dieser Größe oder eine Nummer größer hat |
| Je nach Set | Umluft, Steuerung oder Zeitschaltuhr, Töpfe | auf deinem Zettel steht, was davon fehlt |
Was in jedem Fall dazukommt
Diese Dinge stehen in der Regel nicht in der Stückliste, ob Set oder Einzelkauf:
- Erde und Dünger
- Untersetzer und Gießkanne
- Messgeräte für pH und EC
Schreib sie zu jedem Set dazu, bevor du zwei Sets nebeneinanderhältst. Führt eine Liste eines davon doch, streichst du es wieder.
Liegen Töpfe bei, entscheidet trotzdem die Fläche, wie viele ins Zelt kommen. Auf 60 × 60 cm stehen ein bis zwei ausgewachsene Pflanzen, auf 90 × 90 cm zwei bis vier und auf 120 × 120 cm vier bis sechs. Jede bekommt einen Endtopf mit 11 bis 25 Litern.
Du vergleichst zwei Sets nach der Teilezahl oder nach dem Titel. Beides sagt dir nicht, ob die fünf Kernteile zu deinem Zeltmaß passen. Geh stattdessen die Tabelle Zeile für Zeile durch und schreib zu jedem Set dazu, was du noch kaufen musst.
Dafür und dagegen
| Weg | Dafür | Dagegen |
|---|---|---|
| Komplettset | ein Kauf statt vieler; weniger Zeit für Auswahl, Aufbau und Fehlersuche | die Teile nimmst du, wie sie in der Liste stehen; willst du später Lampe oder Lüfter tauschen, muss das neue Gerät an der Steuerung des Sets laufen, sonst tauschst du ein zweites Teil mit |
| Einzeln kaufen | jedes Teil passt zu deinem Fall: Lampe zum Blütewert der Fläche, Lüfter zu Raum und Schlauchweg, Filter mit bekanntem Filterwert; vorhandene Teile nutzt du weiter | Auswahl und Abstimmung liegen bei dir; ob Lampe und Lüfter an einer gemeinsamen Steuerung laufen, klärst du vor dem Kauf |
Welcher Weg zu wem passt
Hast du schon eine Lampe, einen Lüfter oder eine Steuerung, schau zuerst, ob sie weiterlaufen können. Soll ein Gerät an eine vorhandene Steuerung, frag vor dem Kauf nach, ob sie es einbindet. Geht das nicht, arbeitest du schlicht mit Zeitschaltuhr und Thermo-Hygrometer.
Steht das Zelt auf einem warmen Dachboden, in einem kalten Keller oder in einem feuchten, schlecht belüfteten Raum, legst du die Abluft selbst aus. In einem Aufstellraum über etwa 25 °C kommt auf die Luftmenge grob die Hälfte dazu.
Für den ersten Durchgang ist das Set die bequemere Wahl, wenn die Stückliste zu deinem Zeltmaß passt. Auf das Zusammenspiel kommt es an: Ein starkes Teil gleicht ein schwaches nicht aus.




