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Erde & Medien · Anleitung

Kokos vorbereiten und gießen

Kokos Schritt für Schritt: Ziegel aufquellen, spülen und puffern, dann nach Topfgewicht mit Nährlösung gießen. Mit pH, EC und Drainanteil.

Kokos kommt lose im Sack oder gepresst als Ziegel, und vor dem ersten Topf klärst du eine Frage: Ist die Ware gewaschen und gepuffert? Das steht auf dem Sack oder auf der Folie des Ziegels, also lies sie, bevor du sie wegwirfst. Davon hängt ab, ob du nur auflockerst und aufquillst oder auch spülst und pufferst.

Kurz gesagt

  • Steht „gewaschen und gepuffert“ auf Sack oder Ziegel, ist das Kokos nach dem Auflockern oder Aufquellen gebrauchsfertig.
  • Ware ohne diese Angabe quillst du auf, spülst sie und pufferst sie in jedem Fall, bevor sie in den Topf kommt.
  • Im laufenden Betrieb gießt du immer Nährlösung aus Kokosdünger, von der ersten Gabe an in der Menge aus dem Düngeschema.
  • Gießzeit ist, wenn der Topf sich etwa halb so schwer anfühlt wie frisch gegossen. Dann gießt du, bis ein Teil unten wieder herausläuft, der Drain.
  • Die Oberfläche sieht schnell trocken aus und sagt nichts über den Topf.

Was auf Sack und Ziegel steht

Unbehandeltes Kokos trägt viel Natrium und Kalium an seinen Fasern. Im Topf gibt es beide ab und hält dafür Calcium und Magnesium fest, die der Pflanze dann trotz Dünger fehlen. Dagegen gibt es zwei Arbeitsgänge. Waschen spült die Salze mit sauberem Wasser aus. Puffern besetzt danach die frei gewordenen Plätze mit Calcium und Magnesium, bevor die Pflanze im Topf sitzt. Das eine ersetzt das andere nicht, denn gewaschenes Kokos hat die Salze los, aber noch kein Calcium an Bord.

Steht „gewaschen“ und „gepuffert“ auf dem Sack oder dem Ziegel, im Handel auch Kokos-Brick, ist beides im Werk erledigt. Lose Sackware ist dann schon feucht, du lockerst sie auf und füllst die Töpfe. Zum Einstieg in Kokos ist das die richtige Ware. Fehlt eine der beiden Angaben, behandelst du das Material wie unbehandeltes. Das trifft vor allem billige Ziegel aus dem Bau- oder Gartenmarkt, die als Mulch oder Quellerde verkauft werden und meist salzreich und nicht gepuffert sind.

Vom Ziegel bis zur ersten Gabe

Mit gewaschener und gepufferter Ware machst du Schritt 1 und springst zu Schritt 5. Ware ohne Angabe geht durch alle acht.

  1. Leg den Ziegel in einen Eimer und gib die Wassermenge vom Etikett dazu. Ein gängiger kleiner Ziegel nimmt etwa 4 l auf und ergibt nach 20 bis 30 Minuten rund 7 l Substrat; für deinen gilt die Angabe der Packung. Knete ihn dabei mehrmals durch, bis keine harten Klumpen mehr drin sind.
  2. Füll das Kokos in ein Gefäß mit Löchern um, einen Stofftopf, ein Sieb oder einen Topf mit Abzug, und gieß es mit sauberem Wasser durch.
  3. Miss nach, ob das reicht, mit der Substratprobe 1:1,5: 150 ml entsalztes Wasser, zum Beispiel Osmosewasser, in einen Messbecher, Kokos dazu, bis der Spiegel bei 250 ml steht, umrühren, mindestens 2 Stunden stehen lassen, noch einmal umrühren, filtern und den EC-Wert messen. Unter 1,0 mS/cm ist fertig gespült; liegt der Wert darüber, gießt du noch einmal durch und misst wieder. Setzt du Jungpflanzen ein, spülst du weiter bis etwa 0,5 mS/cm.
  4. Puffere das gespülte Kokos in jedem Fall, auch bei niedrigem Messwert, mit einem Puffermittel für Kokos. Menge und Einwirkzeit stehen auf dessen Etikett; steht dort nichts zum Puffern von Kokos, ist es das falsche Mittel. Danach lässt du das Kokos im Gefäß mit Löchern abtropfen.
  5. Füll die Töpfe, setz die Pflanze ein und schließ die Hohlräume rund um den Wurzelballen mit Kokos.
  6. Setz die Nährlösung an, mit einem Kokosdünger, Erddünger passt hier nicht: zuerst den Dünger nach Düngeschema bis zum EC-Wert der Phase, danach stellst du den pH-Wert ein.
  7. Gieß mit dieser Nährlösung an, bis unten Drain erscheint. Vorwässern mit klarem Wasser lässt du weg.
  8. Heb den Topf direkt danach an und merk dir, wie schwer er ist. Daran misst du ab jetzt jede weitere Gabe.

Diese Werte gelten für die Nährlösung in der Kanne:

5,5–6,2pH-Wert der Nährlösung
1,1–1,5 mS/cmEC der Nährlösung bei der Jungpflanze, danach steigend
2,0–2,5 mS/cmEC der Nährlösung in der Blüte
10–20 %der Gießmenge laufen als Drain ab

Der EC der Nährlösung ist ein Gesamtwert, Wasser und Dünger zusammen, gerechnet mit Ausgangswasser von 0,4 mS/cm. Tomate und Paprika wachsen in Kokos leicht zu stark ins Blatt und setzen dann weniger Blüten und Früchte an.

Gießen nach Gewicht

Kokos bringt praktisch keinen Nährstoffvorrat mit. Deshalb ist jede Gabe Nährlösung, von Anfang an in der Menge aus dem Schema. Nach dem Angießen hat eine frisch getopfte Pflanze erst einmal für ein paar Tage genug. Die nächste Gabe ist fällig, wenn der Topf sich etwa halb so schwer anfühlt wie frisch gegossen. Das ist die eine Regel, alles Weitere hängt an ihr.

Früher gießt du nicht. Steht der Topf dauernd nass, bekommen die Wurzeln keine Luft, und Wurzelpilze und Trauermücken haben leichtes Spiel. Kokos etwas trockener zu führen heißt also, bis zu dieser Marke zu warten. Leichter lässt du den Topf auch nicht werden, denn darunter bekommt die Pflanze das restliche Wasser kaum noch aus dem Kokos. Ganz austrocknen darf es nicht.

Auf den Anblick ist dabei kein Verlass. Die oberste Schicht ist oft schon hell und trocken, während der Wurzelballen darunter noch feucht ist. Im Zweifel fühlst du ein paar Zentimeter unter der Oberfläche nach.

Wie oft das ist, ergibt sich aus dem Gewicht. Anfangs genügt höchstens eine Gabe am Tag, und auch die erst, wenn der Topf bei halbem Gewicht angekommen ist. Eine große Pflanze unter voller Lampe bekommt bis zu zwei Gaben am Tag, die erste rund zwei Stunden nach Licht an, die zweite zwei Stunden vor Licht aus. Kleine Töpfe sind schneller leer als große. Bei jeder Gabe gießt du, bis der Drainanteil erreicht ist: Bei 1 l aus der Kanne stehen dann 100 bis 200 ml im Untersetzer, den du danach leerst. So füllt jede Kanne die Wurzelzone mit frischer Lösung, und von der letzten Gabe bleiben keine Reste im Topf.

Häufiger Fehler

Zwischendurch gibt es eine Kanne klares Wasser, „damit sich nichts ansammelt“. In Kokos fällt damit der EC im Topf, und das Substrat hält Calcium zurück. Später verbrennen Blattränder und Blattspitzen, und das sieht aus wie Überdüngung. Senkst du jetzt die Dosis und spülst noch einmal, wird es schlimmer. Was hilft, ist die volle Nährlösung bei jeder Gabe.

Tipp vom Tresen

Mit sehr weichem Wasser oder reinem Osmosewasser zieht das Kokos einer schwachen Lösung das Calcium weg. Bring solches Ausgangswasser zuerst auf etwa 0,4 mS/cm, mit einem Anteil Leitungswasser oder mit CalMag, und gib erst dann den Dünger nach Schema dazu. Kölner Leitungswasser liegt über diesem Wert. Es braucht den Zusatz nicht, auch dann nicht, wenn du es mit Osmosewasser auf etwa 0,4 mS/cm herunter mischst.

Messen: Drain und Substratprobe

Der Drain-EC, gemessen im Wasser aus dem Untersetzer, ist eine grobe Kontrolle. Liegt er deutlich über dem EC der Nährlösung, reichern sich Salze im Topf an. Dann gießt du für ein paar Gaben mit mehr Drain, weiter mit voller Nährlösung. Genau nimmst du die Zahl besser nicht: Kokos hält Nährstoffe fest und gibt sie wieder ab, der Drain weicht deshalb vom Wurzelraum ab. Aussagekräftig ist der Verlauf über mehrere Gaben.

Verlässlicher ist die Substratprobe aus Schritt 3, diesmal mit Kokos aus dem Topf, nach drei bis vier Wochen. Der Zielwert liegt bei 1,1 bis 1,3 mS/cm, beim pH-Wert derselbe Bereich wie in der Kanne. Dieser EC gilt nur für die Probe; mit dem der Nährlösung vergleichst du ihn nicht. Liegt die Probe weit darüber, spülst du einmal mit Wasser, das du auf pH 5,8 eingestellt hast, und gießt bei der nächsten Gabe wieder volle Nährlösung. Dieses Spülen ist die einzige Ausnahme von der Regel aus der Fehler-Box. Mach die Probe auch, bevor du wegen verbrannter Blattspitzen an der Dosis drehst.

Perlite und die zweite Runde

Perlite als Beimischung bringt mehr Luft in den Topf. Die Mischung trocknet schneller ab und will öfter gegossen werden, gedüngt wird sie wie reines Kokos ab der ersten Gabe. Ungewaschenes Perlite bringt Salze mit, die den Puffer stören.

Kokos zerfällt langsam und lässt sich deshalb wiederverwenden. Vorher prüfst du den Salzgehalt mit der Substratprobe; liegt er weit über dem Zielwert, spülst du wie dort beschrieben. Dann nimmst du den alten Wurzelstock heraus, füllst mit frischem Kokos auf und gießt mit Nährlösung an, bis Drain kommt. Sämlinge und frische Stecklinge bekommen immer frisches Kokos.

  • Etikett gelesen: „gewaschen und gepuffert“, sonst gespült, gemessen und gepuffert
  • Ziegel ganz aufgequollen, keine harten Klumpen mehr
  • Nährlösung aus Kokosdünger angesetzt, erst Dünger, dann pH-Wert
  • Erste Gabe mit Nährlösung bis zum Drain, Topfgewicht gemerkt
  • Gegossen bei etwa halbem Gewicht, nicht nach der Oberfläche
  • Jede Gabe mit Drain, Untersetzer danach geleert
  • Klares Wasser nur zum Spülen nach einer zu hohen Substratprobe
Geprüft am 11. Oktober 2026Zahlen und Faustwerte liest ein Recherche-Agent gegen; Unbelegtes ist im Text markiert. Fehler gefunden? Sag uns Bescheid, wir prüfen nach.