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Dünger · Anleitung

Düngeschema lesen und anpassen

Düngeschema lesen: Phase, Einheit und Fußnoten finden, die Menge auf die Kanne umrechnen, das Wasser des Schemas mit Kölner Wasser vergleichen.

50 steht in der Tabelle, und die Gießkanne fasst 5 Liter. Ob davon 25 ml Dünger ins Wasser gehören oder 250 ml, entscheidet eine kleine Zeile im Tabellenkopf: Dort steht, ob die Zahl für einen Liter gilt oder für zehn. So geht es mit dem ganzen Düngeschema. Die Zahlen sind schnell gefunden, aber erst mit Einheit, Phase und Fußnote weißt du, was sie für deinen Topf heißen.

Kurz gesagt

  • Im Düngeschema stehen die Phasen in den Spalten und die Dünger in den Zeilen. In jeder Zelle steht, wie viel Dünger auf wie viel Wasser kommt, darunter oft der EC-Wert und der pH-Bereich.
  • Die Einheit ist je nach Marke ml je Liter oder ml je 10 Liter.
  • Der EC-Wert im Schema ist mit einem bestimmten Leitungswasser gerechnet. Kölner Wasser bringt mehr mit.
  • Die Zahlen sind Richtwerte. Sehr junge Pflanzen bekommen die halbe Menge.
  • In die Kanne kommt erst Wasser, dann Dünger, dann die Zusätze. Danach misst du den EC und stellst zuletzt den pH ein.

So ist die Tabelle gebaut

Die Spalten sind die Zeit. Wie die Phasen heißen, wechselt von Marke zu Marke: Mal sind es Bewurzelung, vegetative und generative Abschnitte, mal erste Wurzeln, erste echte Blätter, Wachstum, Vorblüte, Blüte und Reife. Die Spalten für Wachstum, Blüte und Reife liest du, wie sie dastehen; welche Spalte gerade gilt, entscheidest du über die Phase und die Lichtstunden, nicht über die Wochennummer. Die Wochenzahl im Spaltenkopf ist ein Richtwert, denn wie lange eine Phase dauert, hängt von der Pflanze ab. Für Tomate oder Chili übersetzt du in Jungpflanze, Wachstum, erste Blüten, schwellende Früchte und Reife und suchst die Spalte nur nach dem Zustand der Pflanze aus.

In den Zeilen stehen oben die Grunddünger, also Wuchsdünger und Blütedünger oder ein A- und B-Teil, darunter die Zusätze. Terra Aquatica trennt das sichtbar in „Easy“ mit Grunddünger und EC und „Expert“ mit den Zusätzen. Für den Anfang reichen die Grunddünger-Zeilen. Jede weitere Zeile hebt den EC und macht einen Fehler schwerer zu finden.

Jedes Substrat hat sein eigenes Schema, eins für Erde, eins für Kokos, eins für Hydro, manchmal mit einer eigenen Zeile je Erdsorte. Erde bekommt weniger als Kokos und Hydro. Vorgedüngte Erde bringt Vorrat mit, dort steigt der Grunddünger später oder niedriger ein. Schwach vorgedüngte Erde bekommt ihn früh und in kleiner Menge. Wann genau und wie viel, liest du in der Zeile für deine Erde ab.

Der EC-Wert im Schema und dein Wasser

0,4–0,5 mS/cmLeitungswasser, mit dem die Schemata rechnen
0,63–0,78 mS/cmKölner Leitungswasser rechts und links des Rheins, Jahresmittel 2025
2,0–2,5 mS/cmhöchste EC-Werte in Schemata für Erde und Kokos, Blüte, gerechnet mit Wasser von 0,4 mS/cm

Unter der Tabelle steht, mit welchem Leitungswasser gerechnet wurde. Der EC-Wert in der Spalte ist dann Wasser und Dünger zusammen. Steht dort 1,6 mS/cm und das Schema rechnet mit Wasser von 0,4 mS/cm, kommen 1,2 mS/cm vom Dünger. Im Schema von CANNA steht dieser Dünger-Wert als eigene Zeile, sie heißt EC+, und der EC deines Leitungswassers kommt dort obendrauf. Aus EC+ 0,7 bis 1,1 werden mit linksrheinischem Wasser etwa 1,5 bis 1,9 mS/cm.

Kölner Wasser bringt 0,2 bis 0,4 mS/cm mehr mit als das Wasser der Schemata. Bei gleicher Düngermenge zeigt dein Messgerät deshalb mehr an als die Tabelle. Dosiert wird nach der Menge aus der Spalte, der EC ist die Kontrolle danach; zeigt das Messgerät deutlich mehr als der Wert der Spalte samt dem Mehr deines Leitungswassers, stimmt die Menge nicht. Wie viel dein Leitungswasser allein mitbringt, zeigt eine Messung pur aus dem Hahn, bevor Dünger drin ist.

Die Schemata sind für Pflanzen geschrieben, die blühen und Früchte tragen, und für sie gelten die vollen Werte: im Wachstum etwa 1,1 bis 1,7 mS/cm, in der Blüte 1,6 bis 2,3 mS/cm in Erde und bis 2,5 mS/cm in Kokos, gerechnet mit Wasser von 0,4 mS/cm. Tomate, Chili und Paprika vertragen in der Fruchtphase denselben oberen Bereich. Schwachzehrer wie Salat und Kräuter bleiben deutlich darunter. Salat in Nährlösung wächst bei 1,3 mS/cm besser als bei 2,9 mS/cm. Bei Blattkulturen bleibst du deshalb in der Wachstums-Spalte und hältst die Dosierung niedrig.

Schritt für Schritt: von der Tabelle in die Kanne

  1. Nimm das Schema für dein Substrat und darin, wenn es sie gibt, die Zeile für deine Erdsorte.
  2. Wähl die Spalte nach dem Zustand der Pflanze und lies nur die Grunddünger-Zeilen ab.
  3. Rechne die Menge auf deine Kanne um. 50 ml je 10 Liter sind 25 ml auf 5 Liter, die halbe Dosis 12,5 ml. Schreib beide Zahlen mit Stift neben die Spalte, dann rechnest du beim nächsten Gießen nicht mit nassen Fingern im Kopf.
  4. Lies unter der Tabelle nach, mit welchem Wasser das Schema rechnet und welcher pH-Bereich gilt.
  5. Füll die Kanne mit Wasser, miss den Grunddünger mit Spritze oder Messbecher ab und rühr ihn ein. Bei mehrteiligen Düngern kommt jeder Teil einzeln ins Wasser, nie unverdünnt zusammen.
  6. Gib Zusätze einzeln dazu und rühr nach jedem um.
  7. Miss den EC-Wert und schreib ihn auf. Liegt er deutlich über dem Wert deiner Spalte samt dem Mehr deines Leitungswassers, füllst du Wasser nach.
  8. Stell zuletzt den pH-Wert auf den Bereich aus deinem Schema ein, für Erde je nach Marke 5,8 bis 6,2 oder 5,5 bis 6,5, für Kokos 5,5 bis 6,2, für Hydro 5,2 bis 6,2. Lies danach den EC noch einmal ab, weil pH-Minus ihn anheben kann.
Häufiger Fehler

Die 50 aus der Tabelle landet als 50 ml je Liter in der Kanne, gemeint waren 50 ml je 10 Liter. Das ist die zehnfache Menge, in der 5-Liter-Kanne 250 ml statt 25 ml. Die Tabellen der Marken sehen sich zum Verwechseln ähnlich, und die Einheit steht klein im Tabellenkopf oder in der Fußnote. Prüf sie bei jedem neuen Schema, bevor die Spritze in die Flasche geht.

Tipp vom Tresen

In Erde fängst du mit etwa der halben Menge aus dem Schema an, schaust dir die Pflanze eine Woche lang an und steigerst dann in kleinen Schritten bis zum Wert deiner Spalte. In Kokos und Hydro ist nichts vorgedüngt, dort gilt die Spalte von Anfang an. Nachlegen geht jederzeit, zurückholen heißt Spülen.

Was Drain und Blätter über die Dosis sagen

Der Drain ist das Wasser, das unten aus dem Topf läuft, und sein EC zeigt, was sich im Wurzelraum tut. Für den Durchgieß-Test gießt du wie gewohnt, lässt den Topf 30 bis 60 Minuten abtropfen, stellst einen Untersetzer drunter und gießt destilliertes Wasser nach, bis rund 50 ml Drain unten ankommen. Darin misst du EC und pH und schreibst beides auf. Der Drain-EC liegt bei diesem Test höher als der Wert in der Kanne. Er zeigt dir die Richtung, wenn du immer auf dieselbe Art misst und die Messungen nebeneinanderlegst. Steigt der Wert von Mal zu Mal, sammelt sich Salz im Substrat; dann senkst du die Dosis oder gießt mit klarem Wasser. Fällt er, darf die Dosis steigen. Kokos hält Nährstoffe fest und gibt sie später wieder ab. Ein einzelner Drain-Wert sagt dort wenig, erst mehrere Messungen ergeben ein Bild.

Die zweite Kontrolle sind die Blätter. Braune Spitzen und Ränder, eine Kruste auf der Erde und Welke trotz feuchter Erde heißen zurück mit der Dosis. Werden die alten Blätter gleichmäßig heller, darf es mehr sein.

Kommt bei jedem Gießen Dünger ins Wasser?

In Kokos und Hydro kommt bei jeder Wassergabe Dünger mit. Für Erde stehen je nach Marke ein bis zwei Düngergaben je Woche oder ebenfalls jede Wassergabe im Schema, dort hältst du dich an die Angabe für deinen Dünger. Die Ausnahme ist die letzte Spalte vor der Ernte: Dort steht bei den Grunddüngern ein Strich oder „nur Wasser“, je nach Marke für die letzte Woche oder die letzten ein bis zwei Wochen.

Im Schema steht gar kein EC-Wert, fehlt da etwas?

Da fehlt nichts. Schemata für organische Dünger kommen ohne EC-Zeile aus und geben nur die Menge in ml/l an. Du dosierst dann nach der Zeile für dein Substrat und behältst die Blätter im Auge.

  • Schema für das eigene Substrat und die eigene Erdsorte genommen
  • Spalte nach dem Zustand der Pflanze gewählt, nur Grunddünger abgelesen
  • Einheit geklärt, volle und halbe Menge für die eigene Kanne neben die Spalte geschrieben
  • Wasser des Schemas und pH-Bereich unter der Tabelle nachgelesen
  • Leitungswasser pur gemessen und den EC notiert
  • In Erde mit etwa halber Menge begonnen, in Kokos und Hydro nach Spalte; nach einer Woche neu entschieden
  • Reihenfolge eingehalten: Wasser, Dünger, Zusätze, EC, zuletzt pH
  • Drain-EC immer auf dieselbe Art gemessen, Verlauf und Blätter notiert
Geprüft am 9. Oktober 2026Zahlen und Faustwerte liest ein Recherche-Agent gegen; Unbelegtes ist im Text markiert. Fehler gefunden? Sag uns Bescheid, wir prüfen nach.