Licht · Anleitung
Abstand und Dimmen
Lampenabstand und Dimmer einstellen: mit der PPFD-Karte rechnen, je Phase starten, in kleinen Schritten steigern und die obersten Blätter lesen.
Lampenabstand und Dimmer regeln zusammen, wie viel Licht oben ankommt. Das Maß dafür ist der PPFD in µmol/m²/s am Pflanzendach, der Ebene der obersten Blätter. Bis dorthin misst du auch den Lampenabstand: von der Unterkante der Lampe bis zur höchsten Triebspitze, nicht bis zur Erde.
- Der Abstand ist ein Startwert. Entscheidend ist der PPFD am Pflanzendach, und was deine Leuchte in welchem Abstand bringt, zeigt ihre PPFD-Karte.
- Steht der Dimmer auf 50 %, kommt etwa das halbe Licht an.
- Höher hängen verteilt das Licht breiter, herunterdrehen senkt es überall gleich. Eine starke LED lässt du im Abstand der Phase und drehst sie herunter, statt sie weit wegzuhängen.
- Über Jungpflanzen und Stecklingen läuft eine Leuchte, die für die Blüte reicht, stark heruntergedreht. Der Abstand allein reicht dort nicht.
- Du startest mit wenig Licht und steigerst in kleinen Schritten. Die obersten Blätter zeigen dir, ob es passt.
Höher hängen oder herunterdrehen
Hängst du die Leuchte höher, wird der Lichtkegel breiter. Die Spitze in der Mitte flacht ab, das Licht verteilt sich gleichmäßiger. Tiefer gehängt bündelt es sich in der Mitte, und die Ränder bleiben dunkel. Wie stark der Abstand wirkt, hängt von Bauform und Abstrahlwinkel der Leuchte ab. Bei einer gemessenen LED-Leuchte bleiben beim Hochhängen auf den doppelten Abstand in der Mitte knapp zwei Drittel des Lichts, und in den Ecken wird es dabei heller, gemessen ohne Zeltwand.
Der Dimmer senkt die Stärke, ohne die beleuchtete Fläche zu ändern. Die Zahl an ihm ist der Anteil der vollen Leistung, eine kleine Zahl heißt also wenig Licht. Die Lichtmenge am Pflanzendach sinkt dabei in etwa im gleichen Verhältnis wie die Dimmstufe. Ist die Mitte zu stark und der Rand zu schwach, änderst du die Höhe. Stimmt die Verteilung und alles ist zu stark, drehst du herunter.
Die drei Abstände sind Startwerte für LED. Hast du eine Leuchte mit 100 bis 300 W, die übliche Größe für das erste Zelt, merkst du dir eine einzige Spanne: 30 bis 60 cm in jeder Phase, die Abstände aus dem Band liegen alle darin. Die Lichtmenge stellst du am Dimmer ein. Über Jungpflanzen und Stecklingen drehst du stark herunter, und mit dem Wachstum drehst du auf. Das ist einfacher als ständiges Umhängen.
Eine LED-Leuchte für das Zelt kommt bei voller Leistung nicht näher als 30 cm an die Triebspitzen, auch wenn sie sich kühl anfühlt. Schwache LED-Leisten über dem Anzuchtregal hängen 15 bis 30 cm hoch. Tomate und Chili brauchen etwa 450 µmol/m²/s, Basilikum und Salat etwa 250. Dafür bleibt die Leuchte auf dem Abstand des Wachstums, und du stellst den Wert am Dimmer ein, statt umzuhängen.
Schritt für Schritt: einstellen und steigern
- Such die PPFD-Karte deiner Leuchte heraus, sie steht im Datenblatt oder auf dem Karton. Die Karte zeigt als Raster, wie viel Licht an jedem Punkt der Fläche ankommt, und gilt für genau einen Abstand und eine Zeltgröße.
- Lies drei Angaben ab. Mit dem Mittelwert rechnest du. Das Minimum zeigt, was die Pflanze am schwächsten Punkt am Rand bekommt. Der Vermerk zur Zeltwand sagt dir, wie du den Rand liest: Ist ohne Wand gemessen, kommt im Zelt mit reflektierenden Wänden am Rand mehr an.
- Häng die Leuchte auf den Abstand der Karte und miss ihn an der höchsten Triebspitze, nicht am Topfrand.
- Rechne die Dimmerstellung aus: Zielwert der Phase geteilt durch den Mittelwert der Karte. Zeigt die Karte bei voller Leistung im Mittel 587 µmol/m²/s und sollen Jungpflanzen etwa 200 bekommen, drehst du auf etwa 35 %.
- Hast du keine Karte, häng die Leuchte auf den größten Abstand der Phase und stell den Dimmer auf den Startwert aus dem Band. Zu wenig Licht holst du leichter auf als einen Lichtschaden.
- Steigere in kleinen Schritten: eine Dimmstufe mehr Leistung oder die Leuchte ein paar Zentimeter näher, dann beobachtest du zwei bis drei Tage die obersten Blätter. Den Abstand änderst du nur innerhalb der Spanne der Phase.
- Stellst du die Beleuchtungsdauer zur Blüte auf 12 Stunden um, streckt sich die Pflanze und wächst in etwa zwei Wochen noch um 50 bis 100 % ihrer Höhe. Prüf den Abstand in dieser Zeit alle paar Tage und nimm die Leuchte mit nach oben, sobald die Triebspitzen an der unteren Grenze der Spanne ankommen. Reicht die Zelthöhe nicht mehr, drehst du herunter.
- Wächst die Pflanze nicht mehr in die Höhe, stell den Abstand für die Blüte ein und dreh auf, bis der Zielwert der Blüte erreicht ist. Bei einer Leuchte, die zur Fläche passt, ist das die volle Leistung. Für Tomate, Chili, Kräuter und Salat stellst du nicht auf 12 Stunden um; sie bleiben bei ihrem Zielwert.
Die Leuchte hängt so weit weg wie möglich und läuft auf voller Leistung, weil dem Dimmer keiner traut. Ein Teil des Lichts landet dann an Wand und Boden, und der Strom fließt trotzdem voll. Lass die Leuchte im Abstand der Phase und dreh sie herunter, das spart Strom.
Was die obersten Blätter zeigen
Zu viel Licht siehst du zuerst an den Blättern, die der Lampe am nächsten sind: gebleichte oder weiße Spitzen, gelbe oder braune Flecken, nach oben gerollte Ränder, dazu stockt der Wuchs. Dieser Lichtbrand sieht ausgeblichen aus und wird leicht für einen Nährstoffmangel gehalten, und dann wird nachgedüngt. Schau deshalb zuerst, wo der Schaden sitzt. Lichtbrand sitzt oben, nah an der Lampe. Eine Überdüngung zeigt sich eher an den unteren Blättern mit braunen, trockenen Rändern. Liegt es am Licht, nimmst du es zurück und steigerst wieder in Schritten.
Zu wenig Licht erkennst du an langen Abständen zwischen den Blattknoten, an dünnen, weichen Stängeln und blassgrünen bis gelben Blättern. Die Pflanzen wachsen langsam und neigen sich zur Lampe. Dann hängst du näher oder drehst auf und prüfst, ob die Leuchte für die Fläche überhaupt reicht.
Nachmessen mit Luxmeter und Handy
Den PPFD misst ein Quantensensor direkt. Ohne ihn bleibt die PPFD-Karte der erste Anhalt. Ein Luxmeter taugt als grobe Kontrolle, aber nur unter Leuchten mit ausschließlich weißen Dioden. Dort liegt der Zielwert für Jungpflanzen bei rund 13 000 lx. Sobald rote Dioden dabei sind, und das ist bei den meisten Zeltlampen der Fall, stimmt die Umrechnung nicht mehr. Handy-Apps können stark danebenliegen. Die Zahl aus der App nimmst du nur zum Vergleich am selben Gerät: Mitte gegen Rand, vor und nach dem Umhängen oder Dimmen. Halt den Sensor dabei auf Höhe des Pflanzendachs waagrecht nach oben.
Unter der Natriumdampflampe
Eine Natriumdampflampe strahlt Wärme nach unten ab, die LED gibt ihre über die Rückseite des Gehäuses ab. Unter der Natriumdampflampe brauchen die Pflanzen deshalb mehr Abstand. Du startest bei etwa 50 bis 65 cm und machst die Handprobe: Handrücken 30 Sekunden auf Höhe des Pflanzendachs halten. Wird es unangenehm warm, kommt die Lampe höher, bleibt es angenehm, darf sie näher. Die Handprobe zeigt nur Strahlungswärme an. Unter der LED sagt sie nichts über die Lichtstärke, denn eine LED fühlt sich kühl an und kann trotzdem bleichen.
- PPFD-Karte gefunden: Abstand, Mittelwert, Minimum, mit oder ohne Zeltwand
- Leuchte auf dem Abstand der Karte, gemessen an der höchsten Triebspitze
- Dimmer gerechnet: Zielwert geteilt durch Mittelwert; ohne Karte der Startwert der Phase
- Über Jungpflanzen und Stecklingen stark heruntergedreht, mit dem Wachstum aufgedreht
- Je Schritt eine Dimmstufe mehr oder ein paar Zentimeter näher, danach zwei bis drei Tage beobachtet
- Mitte zu stark und Rand zu schwach: höher gehängt; alles zu stark: heruntergedreht
- In der Streckung alle paar Tage gemessen und die Leuchte nach oben mitgenommen
- Gebleichte Spitzen oben: erst Abstand und Dimmer geprüft, dann den Dünger




