Wasser · Vergleich
Automatisch gießen: Autopot, Blumat, Tropfer
AutoPot, Blumat und Tropfer mit Pumpe im Vergleich: wie jedes System gießt, was es braucht, was in den Tank darf und wie der Urlaub klappt.
Auf dem Küchentisch liegt der Zettel für die Nachbarin: Chili alle zwei Tage, Tomate jeden Abend, das Basilikum bitte nicht ertränken. Daneben der Wohnungsschlüssel. An diesem Zettel hängt der ganze Urlaub. Drei Systeme nehmen dir die Kanne ab, und jedes gießt nach einem anderen Prinzip: Beim AutoPot trinkt die Pflanze eine Schale leer, beim Blumat meldet ein Tonkegel trockene Erde, beim Tropfer mit Pumpe gibt die Zeitschaltuhr den Takt vor.
- AutoPot und Blumat lassen Pflanze und Erdfeuchte entscheiden und brauchen keinen Strom. Die Tropfer an Pumpe und Zeitschaltuhr geben eine feste Menge ab, egal wie feucht der Topf ist.
- Den Blumat gibt es hier in zwei Ausführungen. Beim Blumat fürs Haus kommt das Wasser durch den Ton, aus einem Gefäß neben dem Topf. Beim Tropf-Blumat für Balkon, Terrasse und Gewächshaus tropft es aus einem Schlauch an Hochtank oder Wasserhahn.
- In den Tank von AutoPot und Pumpenanlage kommt mineralischer Dünger. Organischer Flüssigdünger bildet dort Schlamm und Bodensatz; organisch düngst du einfacher im Topf.
- Wie lange der Tank im Urlaub reicht, rechnest du aus deinem eigenen Verbrauch aus.
AutoPot: die Schale füllt sich von selbst
Jeder Topf steht in einer Schale mit Schwimmerventil. Das Ventil lässt Wasser aus dem Tank etwa 2 cm hoch einlaufen, schließt und öffnet erst wieder, wenn die Schale leer gezogen ist. Den Druck liefert allein die Schwerkraft, deshalb steht der Tank mindestens 15 cm über dem höchsten Ventil. Das Wasser steigt von unten im Substrat auf, und Drain läuft keiner ab.
Wer von Hand gießt, leert den Untersetzer, damit der Ballen unten nicht dauernd nass steht. Die AutoPot-Schale ist die Ausnahme von dieser Regel. Hier steht das Wasser planmäßig unter dem Topf, und nachlaufen lässt das Ventil erst, wenn die Schale leer ist. Dazu gehört ein lockeres Substrat, das Wasser hochzieht und Luft an die Wurzeln lässt: zur Hälfte Perlite oder Blähton, zur Hälfte Erde oder Kokos. Von oben spülst du im AutoPot auch nicht durch, das wäscht die Salze aus den obersten Zentimetern in den Wurzelraum.
Am Tank sitzt ein Hahn, am Ende der Leitung ein zweiter. Bei etwa einem Drittel Rest füllst du nach: Hahn am Tank zu, auffüllen, 30 bis 60 Minuten warten, bis sich der Bodensatz gesetzt hat, Hahn wieder auf. Über den Hahn am Leitungsende spülst du einmal je Woche die Leitung.
Der Hahn am Tank wird gleich nach dem Eintopfen aufgedreht. Dann sitzen die Wurzeln noch oben im Ballen, und unten steht dauernd Wasser. Gieß den frisch eingetopften Topf außerhalb der Schale einmal durch, lass ihn abtropfen und pfleg ihn von Hand weiter, bis die Wurzeln den Topf durchzogen haben. Bei kleinen Töpfen dauert das etwa eine Woche, bei Töpfen ab 15 l ein bis zwei Wochen. Das Topfgewicht sagt dir, wann es so weit ist: Schwer heißt warten, leicht heißt aufdrehen.
Blumat: der Tonkegel fühlt die Erde
Für Töpfe im Haus und im Zelt nimmst du den Blumat mit eigenem Wassergefäß. Sein Tonkegel steckt in der Erde, oben sitzt eine Kappe mit einem dünnen Schlauch, und der hängt in einem Gefäß neben dem Topf. Die Wurzeln saugen das Wasser aus dem Ton, der Kegel zieht aus dem Gefäß nach. Ein Kegel schafft etwa 50 bis 150 ml in 24 Stunden. Zimmerpflanzen und Kräutern reicht das, eine große Tomate hängt an einem einzelnen Kegel durstig da; bei mehr Durst steckst du mehrere in denselben Topf.
Zum Einsetzen ziehst du die Kappe ab, füllst den Tonkegel randvoll mit Wasser und drückst die Kappe wieder auf. Dann steckst du ihn im Wurzelbereich in die Erde, so tief, dass der Ton ganz verschwindet, und hängst den Schlauch ins Gefäß. Die Menge stellst du über die Höhe ein: Je höher der Wasserspiegel, desto mehr gibt der Kegel ab; am besten liegt der Wasserspiegel etwas unter der Kappe. Steht das Wasser höher als die Kappe, läuft der Kegel dauernd, auch bei feuchter Erde, und dann gehört ein ausreichend großer Untersetzer unter den Topf. Läuft das Gefäß leer, füllst du auch den Kegel neu.
Der Tropf-Blumat ist die Lösung für Balkon, Terrasse und Gewächshaus. Bei ihm steuert der Kegel nur ein Ventil, das Wasser tropft aus einem Schlauch, und die Leitung steht ständig unter Druck. Den liefert ein Hochtank, dessen Wasserspiegel mindestens 0,5 m, besser 1 m über den Kegeln liegt, oder der Wasserhahn mit Druckreduzierer. Ein Kegel, der offen bleibt, tropft weiter, solange Druck ansteht; darum gehört der Tropf-Blumat nicht in Wohnung oder Zelt. Vor dem Urlaub installierst du ihn mindestens 10 Tage früher.
Tropfer mit Pumpe und Zeitschaltuhr
Eine Tauchpumpe im Tank drückt Wasser oder Nährlösung durch die Verteilleitung, und von dort führt ein Kapillarschlauch zu einem Tropfer je Topf. Die Zeitschaltuhr legt fest, wann und wie lange die Pumpe läuft. Die Steckdose braucht einen FI-Schutzschalter; fehlt er, klärst du das mit einer Elektrofachkraft, bevor die Pumpe läuft. Und du ziehst den Stecker, bevor du in den Tank greifst.
Die Uhr kennt weder Wetter noch Erdfeuchte. Nach dem Umtopfen, bei Hitze oder schwachem Licht passt die eingestellte Gabe nicht mehr, und du führst die Laufzeit nach Topfgewicht und Drain nach. Wie viel ein Topf je Gabe bekommt, steht in „Richtig gießen“; was dein Tropfer tatsächlich abgibt, fängst du beim Probelauf einmal im Messbecher auf. Kommt am Tropfer nichts mehr an, haben ihn Schmutzteilchen, Algen mit Bakterienschleim oder Kalk zugesetzt, oder der Schlauch hat einen Knick. Dagegen helfen ein Filter vor der Pumpe, ein lichtdichter Tank mit Deckel und kurze Schläuche.
Dünger und Kalk im Tank
Mineralischer Dünger kommt beim AutoPot und bei der Pumpenanlage einfach in den Tank. Den pH-Wert der Tanklösung stellst du für Erde auf 5,8 bis 6,2 und für Kokos auf 5,5 bis 6,2 ein. Willst du organisch düngen, gehört der Dünger in den Topf, etwa als organisch vorgedüngte Erde. Wie lange dieser Vorrat reicht, hängt an Erde, Pflanze und Topfgröße, je nach Mischung eine bis etwa sechs Wochen; danach düngst du von Hand nach.
Beim Blumat fürs Haus darf etwas mineralischer Flüssigdünger ins Wassergefäß, dosiert nach Etikett; Gefäß und Kegel reinigst du dann öfter. Beim Tropf-Blumat düngst du besser über Langzeitdünger in der Erde oder mit der Kanne, denn Flüssigdünger kristallisiert in den Leitungen und setzt sie mit der Zeit zu.
Bei kalkhaltigem Wasser siehst du dir Ventil und Tropfer regelmäßig an, und die AutoPot-Leitung kann öfter als einmal je Woche eine Spülung brauchen. Kalk erkennst du daran, dass er in Essig schäumt.
Die vier Wege nebeneinander
| AutoPot | Blumat fürs Haus | Tropf-Blumat | Tropfer mit Pumpe | |
|---|---|---|---|---|
| Wasser kommt | von unten, aus der Schale | in der Erde, durch den Ton | von oben, tropfenweise aus dem Schlauch | von oben, in festen Gaben |
| Wer regelt | das Schwimmerventil; die Pflanze zieht die Schale leer | die Wurzeln saugen am Ton | der Tonkegel nach Erdfeuchte | die Zeitschaltuhr |
| Strom | nein | nein | nein | ja |
| Braucht | Tank über den Ventilen, waagerechte Schalen, Filter | ein Gefäß mit Wasser neben dem Topf | Hochtank oder Wasserhahn mit Druckreduzierer | Tank, Tauchpumpe, Zeitschaltuhr, Filter, Steckdose |
| Substrat | Erde oder Kokos, zur Hälfte mit Perlite oder Blähton | Erde | Erde | jedes; der Tropfer richtet sich nach dem Substrat |
| Dünger im Tank | mineralisch | mineralischer Flüssigdünger möglich, dann öfter reinigen | besser Langzeitdünger in der Erde | mineralisch |
| Typische Störung | Ventil verschmutzt oder verkalkt | Wassergefäß leer: Kegel neu füllen | Kegel zieht Luft, Ventil öffnet nicht mehr | Tropfer verstopft, Uhr gießt am Bedarf vorbei |
Dafür und dagegen
| System | Dafür | Dagegen |
|---|---|---|
| AutoPot | kein Strom, kein Drain, die Pflanze bestimmt den Takt | verlangt die lockere Mischung und die Anwachszeit von Hand, das Ventil mag weder Krümel noch Kalk |
| Blumat fürs Haus | kein Strom, ohne Umtopfen gesteckt, jeder Kegel regelt für sich | kleine Mengen je Kegel, großes Fruchtgemüse braucht mehrere; läuft das Gefäß leer, füllst du auch den Kegel neu |
| Tropf-Blumat | regelt jeden Topf nach Erdfeuchte, auch für viele Töpfe an einer Leitung | braucht ständig Druck und Tage zum Einstellen; nichts für Wohnung und Zelt |
| Tropfer mit Pumpe | feste, messbare Gabe für jedes Substrat | hängt an Strom, Pumpe und Uhr; die Laufzeit musst du selbst nachführen |
Urlaub: erst rechnen, dann proben
Wie lange ein Tank reicht, ist eine Rechnung: nutzbarer Tankinhalt geteilt durch das, was die Pflanzen an einem warmen Tag ziehen. Den Verbrauch liest du vorher ein paar Tage lang am Tankstand ab. Beim AutoPot gehen nur die oberen zwei Drittel des Tanks in die Rechnung, weil bei einem Drittel Rest nachgefüllt wird.
Ich rate zu einem Probelauf, solange du noch zu Hause bist. Schau dabei jeden Tag nach Tankstand, Topfgewicht und dem letzten Topf in der Reihe. Was dabei klemmt oder trocken bleibt, findest du lieber selbst als die Nachbarin mit dem Schlüssel.




