Hydro · Anleitung
Tank und Pumpe pflegen
Nährlösung nachfüllen und regelmäßig wechseln, pH und EC messen, Tank dunkel halten, Pumpe und leeres System reinigen: die Pflege im Hydrosystem.
Im laufenden Betrieb braucht ein Hydrosystem dreierlei: Wasser nachfüllen, EC und pH-Wert messen, die Nährlösung regelmäßig ganz tauschen. Der Tausch ist auch dann fällig, wenn der EC-Stift nach zwei Wochen noch denselben Wert zeigt wie am ersten Tag. Die Nährlösung im Tank ist dann trotzdem nicht mehr dieselbe.
Der EC (mS/cm) zählt nur, wie viele Salze insgesamt gelöst sind. Welche es sind, sagt er dir nicht. Mit jedem Nachfüllen verschieben sich die Verhältnisse: Was die Pflanze kaum aufnimmt, etwa Kochsalz (Natriumchlorid), sammelt sich an, anderes wird knapp. Deshalb tauschst du die Lösung regelmäßig ganz aus, auch wenn der Stift nichts zu meckern hat.
- Zwischen zwei Tankwechseln füllst du Wasser nach; komplett ersetzt du die Nährlösung je nach Pflanzengröße und Dünger, meist nach 10 bis 14 Tagen.
- pH-Wert und EC misst du im kleinen Tank oder Eimer mit großer Pflanze täglich, sonst mindestens einmal je Woche, zuerst den EC und dann den pH-Wert.
- Zwischen 5,2 und 6,2 darf der pH-Wert wandern, ohne dass du eingreifst.
- Gegen Algen und eine Lösung, die riecht oder trüb wird, helfen ein dunkler Tank, 18 bis 22 °C, Belüftung und saubere Teile.
- Bei jedem Wechsel reichen Wasser und Bürste. Zwischen zwei Durchgängen schrubbst du das leere System, bei Belag kommt eine saure Spülung dazu, ein Reiniger nur, wenn danach noch Schmutz bleibt.
Nachfüllen und messen
Nachgefüllt wird mit Wasser, das so warm ist wie der Tankinhalt. Wie oft, hängt an der Tankgröße; ein kleiner Tank will jeden Tag Nachschub. Erst wenn der Pegel wieder stimmt, misst du den EC. Ist er gesunken, fehlt Dünger, und du gibst ihn nach, bis der Wert deiner Phase wieder dasteht. Ist er gestiegen, hat die Pflanze mehr Wasser als Nährstoffe gezogen, und du gibst noch Wasser dazu. Danach kommt der pH-Wert an die Reihe.
Im Eimer oder kleinen Tank mit einer großen Pflanze misst du täglich und immer zur selben Tageszeit, weil sich die Werte dort schnell verschieben. In einem großen Becken, etwa mit Salat, ändern sich Temperatur, pH-Wert und Düngerstärke von Tag zu Tag nur leicht; dort genügt einmal je Woche, seltener misst du in keinem System. Einen Tank, der Töpfe mit Schwimmerventil versorgt, füllst du bei etwa einem Drittel Rest nach.
Der pH-Wert wandert
Nach dem Anmischen stellst du den pH-Wert mit pH-Minus oder pH-Plus tropfenweise auf 5,2 bis 6,2 ein. Dort bleibt er nicht stehen. Die Pflanze nimmt Nährstoffe auf, die Lösung hat Kontakt mit der Luft, und beides verschiebt ihn laufend; im Wachstum steigt er eher, in der Blüte fällt er eher. Solange er in der Spanne liegt, greifst du nicht ein. Starke Schwankungen bei pH-Wert und EC vermeidest du, und beide Mittel sind stark konzentriert.
Hartes Wasser enthält viel Hydrogencarbonat und zieht den pH-Wert nach dem Einstellen wieder nach oben. Dort stellst du ans untere Ende ein, auf 5,2 bis 5,3, dann bleibt er länger in der Spanne. Weiches Wasser und Osmosewasser halten den pH-Wert kaum fest, bei ihnen fällt er leichter; hier beginnst du bei 5,8 bis 6,2.
Der Tankwechsel in sieben Handgriffen
- Zieh die Netzstecker aller Pumpen, bevor die Hand in den Tank geht.
- Lass die alte Nährlösung ab.
- Reinige Wände und Boden des Tanks mit Wasser und Bürste und spül den Ansaugkorb der Tauchpumpe unter fließendem Wasser.
- Steht in deinem System Blähton, spülst du ihn mit klarem Wasser durch und lässt das Spülwasser ab.
- Füll frisches Wasser ein, das so warm ist wie der Tankinhalt vorher, und gib den Dünger nach Schema dazu.
- Miss den EC und stell danach den pH-Wert ein.
- Schalt die Tauchpumpe erst wieder ein, wenn sie unter Wasser steht. Ohne Wasser läuft sie nie, auch später nicht: Der Pegel bleibt über dem Ansaugkorb.
Licht und Wärme vom Tank fernhalten
Algen siedeln überall, wo Licht, Feuchte und Nährstoffe zusammenkommen. Nimmst du das Licht weg, bleiben sie aus. Nimm einen dunklen, lichtdichten Tank, leg Abdeckscheiben auf die Töpfe, verschließ freie Löcher im Deckel und sieh nach, dass an den Schlauchdurchführungen kein Licht hineinfällt. Einmal je Woche wischst du Ränder, Deckel und Spritzflächen ab.
Den Tank stellst du kühl und beschattet, so dass die Lösung bei 18 bis 22 °C bleibt; je wärmer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff hält es. Beim Nachfüllen siehst du kurz hin: Läuft die Tauchpumpe, sprudelt der Ausströmer (Sprudelstein) gleichmäßig, riecht die Lösung oder wird sie trüb? Bei Geruch oder Trübung wartest du nicht auf den nächsten Termin, du wechselst gleich und reinigst den Tank.
Wasser und Strom teilen sich hier einen Eimer. Vor jeder Arbeit ziehst du die Stecker aller Geräte, die im Wasser hängen. Kabel verlegst du mit einer Tropfschlaufe, einem Bogen, der tiefer hängt als die Steckdose. Die Steckdosenleiste hängt höher als der Tank und liegt nie auf dem Boden. Tauchpumpe und Belüftungspumpe (Luftpumpe) gehören an einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) mit höchstens 30 mA.
Das leere System reinigen
Zwischen zwei Durchgängen, wenn die alten Pflanzen abgeräumt sind, reinigst du das ganze System. Die Schritte 1 und 2 gehören immer dazu, die übrigen nur, wenn der Schmutz sie verlangt.
- Zieh die Stecker, leer das System und hol Pflanzenreste, Wurzeln und Substratkrümel vollständig heraus.
- Schrubb alle Teile mit Bürste, Schwamm und warmem Wasser mit etwas Spülmittel. Spül alles mit klarem Wasser ab. Sind die Teile danach sauber, geht es bei Schritt 7 weiter.
- Bleiben Belag, Kalk oder Salzkrusten, füllst du das System mit Wasser, bringst es mit pH-Minus unter pH 4,0, steckst die Tauchpumpe wieder ein, sobald sie unter Wasser steht, und lässt diese saure Lösung eine Stunde umlaufen. pH-Minus ist ätzend: Trag Handschuhe und Schutzbrille, gib es in kleinen Portionen ins Wasser, nie Wasser ins Konzentrat, und miss zwischendurch.
- Lass die saure Lösung ab und spül gründlich mit klarem Wasser.
- Bleiben dann noch Belag oder Geruch, nimmst du im ausgespülten System einen Reiniger für Hydrosysteme nach der Anleitung auf dem Etikett, sofern das Etikett diese Anwendung nennt.
- Spül wieder gründlich mit klarem Wasser. Enthielt der Reiniger Chlor, lässt du das System danach 24 Stunden offen stehen, bis das Chlor verflogen ist.
- Füll frische Nährlösung ein und stell EC und pH-Wert ein.
Der Reiniger kommt ins System, bevor die Säure ausgespült ist. Säure und ein chlorhaltiger Reiniger kommen nie zusammen ins System, auch nicht als Rest: Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Zwischen beiden Gängen lässt du deshalb ab und spülst gründlich mit klarem Wasser, und nach dem Reiniger noch einmal.
Ein Schwimmerventil reinigst du mit warmem Spülwasser und einer alten Zahnbürste. Kalk in der Düse schiebst du mit einer Büroklammer oder einem Pfeifenreiniger heraus, einen Bohrer nimmst du dafür nicht.
Pumpe und Ausströmer
Beim Schrubben kommt die Tauchpumpe auf den Tisch, mit gezogenem Stecker. Nimm den Pumpendeckel ab, zieh das Laufrad (Pumpenrad) heraus und reinige Laufrad, Gehäuse, Ansaugkorb und Leistungsregler unter fließendem Wasser. Beim Nachspülen des Systems mit klarem Wasser läuft sie wieder mit. Fördert sie zu wenig, sitzt der Schmutz meist im Ansaugkorb oder am Leistungsregler; fördert sie gar nicht, ist das Laufrad blockiert.
Die Belüftungspumpe stellst du außerhalb des Tanks und über dem Wasserspiegel auf, sonst läuft Wasser durch den Schlauch in die Pumpe zurück. Ein zugesetzter Ausströmer erhöht den Gegendruck, die Luftmenge sinkt, und die Membran der Pumpe verschleißt. Perlt er kaum noch, tauschst du ihn; den Luftfilter der Pumpe prüfst du gleich mit.
Der pH-Wert fällt ein paar Tage nach jedem Wechsel auf 4. Woran liegt das?
Dann leben zu viele Mikroorganismen in der Lösung, und wenn sie absterben, säuern sie sie an. Heb den pH-Wert in kleinen Schritten mit Leitungswasser oder pH-Plus an, und reinige das leere System gründlich, bevor der nächste Durchgang startet.
- Pegel angesehen, mit Wasser auf Tanktemperatur aufgefüllt
- Erst EC, dann pH-Wert gemessen, immer zur selben Tageszeit
- pH-Wert zwischen 5,2 und 6,2 nicht korrigiert
- Nährlösung nach 10 bis 14 Tagen komplett gewechselt
- Tank lichtdicht, kühl und beschattet, Abdeckscheiben auf den Töpfen
- Stecker gezogen, bevor die Hand ins Wasser geht; Steckdosenleiste über dem Tank
- Pegel über dem Ansaugkorb, Tauchpumpe nie ohne Wasser eingeschaltet
- Luftpumpe außerhalb des Tanks und über dem Wasserspiegel
- Nach dem Durchgang: Reste entfernt, geschrubbt, nach Säure und nach Reiniger jeweils gründlich gespült




