Zelt & Aufbau · Anleitung
Strom sicher verlegen: Leisten, Zeitschaltuhr, Last
Strom am Zelt sicher stecken: Watt zusammenzählen, FI prüfen, eine einzige Steckdosenleiste und eine Zeitschaltuhr, deren LED-Wert zur Lampe passt.

Eine Stunde nach dem ersten Einschalten legst du die Hand auf die Steckdosenleiste: kühl, kein Geruch, nichts knistert. So soll es sein. Die Hand ist aber nur die letzte Probe. Davor stehen eine Rechnung auf einem Zettel, ein Blick in den Sicherungskasten und eine feste Reihenfolge beim Stecken. Wo Kabel und Leiste hängen, kennst du aus dem Aufbau; hier geht es darum, was an welche Steckdose kommt und warum.
- Zähl die Watt aller Geräte zusammen und bleib klar unter dem Aufdruck deiner Steckdosenleiste, weil die Lampe viele Stunden am Stück läuft.
- Prüf vor dem Stecken, ob ein FI-Schutzschalter die Steckdose des Zelts abschaltet. Tut er es nicht, lässt du das klären, bevor das Zelt in Betrieb geht.
- Eine Wandsteckdose, eine Leiste: In die Leiste steckst du keine zweite.
- Auf der Zeitschaltuhr zählt die Angabe für LED-Lampen in Watt. Die 16 A daneben gelten für Glühlampen und Heizgeräte.
- An der Uhr hängt nur die Lampe. Abluft und Umluft laufen durch und stecken direkt in der Leiste.
Warum die Last am Zelt anders zählt
Die Lampe läuft im Wachstum 18 Stunden und in der Blüte 12 Stunden am Stück; über Tomate, Chili, Paprika, Kräutern und Salat sind es 16 Stunden. Abluft und Umluft laufen rund um die Uhr. Ein Wasserkocher ist gleich wieder aus, dein Zelt nie. Eine Steckdose im Haushalt ist dafür gebaut, ihre volle Last nur zeitweise zu tragen. Fließt viel Strom über Stunden, wird eine gealterte Kontaktstelle in Stecker oder Steckdose warm, und Wärme an dieser Stelle heißt Brandgefahr. Darum gehst du mit der Summe deiner Geräte nicht bis an den Aufdruck der Leiste heran.
Auf der Leiste steht, wie viel Watt sie tragen darf, meist 3 500 oder 3 600 W, und gemeint ist die Summe aller angesteckten Geräte. Ein Zelt mit Lampe, Abluft, Umluft und einem weiteren Gerät kommt zum Beispiel auf 680 W, etwa ein Fünftel davon. So viel Luft darf es gern sein. Eng wird es, wenn Heizlüfter, Luftentfeuchter oder mehrere Lampen dazukommen; ein starkes Heizgerät steckst du einzeln direkt in eine Wandsteckdose. Die Summe für dein Zelt zählt dir der Rechner „Stromverbrauch deines Zelts“ zusammen.
Die Wandsteckdose hängt im Sicherungskasten an einem Sicherungsautomaten, der Sicherung, die ihre Leitung bei Überlast abschaltet. Meist hat er 16 A, die Zahl steht auf dem Automaten. An ihm hängen oft mehrere Steckdosen, zusammen sind sie ein Stromkreis. Läuft an einer davon schon ein großer Verbraucher, teilt sich dein Zelt die Leitung mit ihm.
Zeitschaltuhr: die Angabe für LED zählt
Zu einer Zeitschaltuhr gehören mehrere Angaben zur Last, und nur eine meint deine Lampe. Die 16 A, die auf einer gängigen mechanischen Uhr für die Steckdose stehen, gelten für Glühlampen und Heizgeräte. Daneben führt ihr Datenblatt eine eigene Zeile für LED-Lampen in Watt, bei dieser Uhr als typischen Wert 400 W. Das ist der LED-Wert, und an ihm misst du deine Lampe.
Der Grund sitzt im LED-Treiber, dem Netzteil der Lampe. Beim Einschalten zieht er für einen Augenblick ein Vielfaches des Stroms, den er im Betrieb braucht; bei einem gängigen 240-W-Treiber sind es 75 A. Die Sicherung im Kasten hält den kurzen Stoß einer solchen Lampe aus, der kleine Kontakt in der Uhr kann davon verbrennen oder verschweißen. Findest du für deine Uhr keine LED-Angabe, ist sie für LED nicht freigegeben. Zwei kleine Lampen an einer Uhr sind nicht harmloser als eine große, ihre Einschaltströme können zusammen sogar höher liegen.
Schritt für Schritt: prüfen, hängen, stecken
Bis zum letzten Schritt bleibt der Stecker der Leiste aus der Wand.
- Lies an Lampe, Abluft, Umluft und jedem weiteren Gerät die Watt vom Typenschild ab, zähl sie zusammen und schreib die Summe auf einen Zettel.
- Sieh dir die Wandsteckdose an. Wackelt sie oder ist sie verfärbt, bleibt sie leer.
- Such im Sicherungskasten den FI-Schutzschalter, den Schalter, der bei einem Fehler an einem Gerät den Strom abschaltet und dich so vor einem Stromschlag schützen soll. Du erkennst ihn an der Prüftaste oder am Aufdruck „30 mA“. Steck eine Lampe in die Steckdose fürs Zelt, schalt sie ein und drück die Prüftaste: Der Schalter springt auf Aus, und die Lampe geht mit aus. Der Strom bleibt weg, bis du den Schalter wieder einschaltest. Sitzen im Kasten mehrere FI, probierst du sie nacheinander. Findest du keinen FI, löst er nicht aus oder brennt die Lampe weiter, klärst du das mit einer Elektrofachkraft, bevor das Zelt in Betrieb geht.
- Nimm eine einzige Leiste mit genug Steckplätzen, mit Prüfzeichen und einem kräftigen Anschlusskabel; steht „3G1,5“ darauf, hat es 1,5 mm² Kabelquerschnitt. Halt jetzt deine Summe vom Zettel gegen den Aufdruck der Leiste.
- Such im Datenblatt deiner Zeitschaltuhr den LED-Wert und halt die Watt deiner Lampe dagegen. Liegt die Lampe darüber, brauchst du eine Uhr mit höherem LED-Wert oder ein Schütz, einen Schalter, der die Lampe anstelle der Uhr schaltet. Das Schütz schließt du nicht selbst an.
- Häng die Leiste außerhalb des Zelts auf oder innen hoch und trocken, frei und nicht abgedeckt. Der LED-Treiber bekommt einen luftigen Platz, auf ihm liegt nichts, und er liegt nicht auf feuchtem Untergrund; lässt er sich abnehmen, hängt er außen am Zelt.
- Wickel jedes Kabel ganz ab und führ es ohne Knick und ohne Quetschung durch den Kabeldurchlass.
- Steck die Uhr in die Leiste und die Lampe in die Uhr. Abluft und Umluft kommen direkt in die Leiste. Hinter die Uhr steckst du keine weitere Leiste.
- Jetzt kommt der Stecker der Leiste in die Wand, und du schaltest alles ein. Fass nach einer Stunde und noch einmal nach einem vollen Lichttag an die Leiste und an ihre Stecker. Wird dort etwas warm, ziehst du den Stecker und verteilst die Last, ein Gerät weniger an dieser Leiste. Hat sich etwas verfärbt oder riecht es, ziehst du den Stecker und nimmst die Leiste nicht wieder in Betrieb. Wird der Stecker an der Wand warm, ist die Steckdose ein Fall für die Elektrofachkraft.
Du kaufst die Uhr nach den 16 A. Der Einschaltstrom der LED verschweißt den Kontakt, und die Lampe geht nicht mehr aus. Zieh den Stecker und nimm eine Uhr, deren LED-Wert zur Lampe passt. Der zweite Klassiker hängt am selben Gerät: Der Lüfter steckt mit an der Lampenuhr, weil das einen Steckplatz spart, und die Abluft steht in der Dunkelphase. Lüfter gehören direkt in die Leiste.
Eine Leiste, keine Kette
Fehlen Steckplätze, landet schnell eine zweite Leiste in der ersten. Dann wird es an jeder Steckverbindung warm, und bei einem Fehler schaltet die Sicherung vielleicht zu spät ab. Kauf lieber eine Leiste mit mehr Plätzen. Wärme staut sich auch, wenn die Leiste unter Stoff liegt oder verstaubt, und heiß werden kann sie durch einen Defekt sogar ohne Überlast. Deshalb hängt sie frei, und deshalb fasst du sie nach der ersten Stunde an. Für draußen und für feuchte Räume gibt es eigens zugelassene Leisten, du erkennst sie zum Beispiel an der Schutzart, einem Aufdruck wie IP 44 oder höher. Am Zelt hängen Leiste und Uhr außerhalb oder hoch und trocken, wo kein Gießwasser hinkommt.
Verlängerung und Kabeltrommel
Eine Verlängerung nimmst du nur, wenn es ohne nicht geht: eine einzige, so kurz wie möglich und ganz ausgelegt. Aufgewickelt wird ein Kabel heiß. Eine Kabeltrommel, die abgerollt 3 500 W trägt, schafft aufgerollt nur 1 000 W. Roll sie deshalb ganz ab, auch wenn du nur ein kurzes Stück brauchst.
FI, Sicherung und was nicht deine Baustelle ist
Die Sicherung schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, nicht dich. Für den Schutz vor einem Stromschlag ist der FI da, und keiner von beiden ersetzt den anderen. Für alle Steckdosen ist der FI erst seit 2007 gefordert, und das nur in neu gebauten Anlagen. Es zählt also das Alter der Installation: In älteren gibt es oft nur einen einzigen FI oder gar keinen. Die Prüftaste aus Schritt 3 drückst du regelmäßig. Den Abstand findest du in der Anleitung des Schalters; hast du keine, drück sie spätestens alle sechs Monate.
Alles an der festen Installation gehört in die Hand der Elektrofachkraft: der fehlende FI, die lockere oder verfärbte Steckdose, Brandgeruch und Knistern, eine Sicherung, die öfter fällt oder beim Einschalten mehrerer Lampen auslöst, und der Tausch einer Steckdose. Auch das Schütz schließt sie an.
- Summe der Watt steht auf dem Zettel und liegt klar unter dem Aufdruck der Leiste
- Der FI schaltet die Steckdose des Zelts ab, wenn du die Prüftaste drückst
- Eine Leiste an der Wandsteckdose, keine zweite dahinter
- Leiste und Uhr hängen außerhalb oder hoch und trocken, nichts ist abgedeckt
- Der LED-Wert der Uhr reicht für die Lampe, die Lüfter stecken direkt in der Leiste
- Kein Kabel geknickt, gequetscht oder aufgerollt
- Nach einem vollen Lichttag sind Leiste und Stecker kühl, nichts riecht




